Anerkennung

Anerkennung

 

Das Thema Anerkennung kommt in den letzten Wochen immer wieder hoch. Ein so vielschichtiges Thema. Ein so fundamentales Thema.

Auch interessant, dass man zuerst daran denkt, anderen Anerkennung zu zollen.

Dabei ist es so wichtig, auf dem Weg zu sich selbst, sich selber und sein Leben – sein Sein – anzuerkennen. Denn Du wirst Deinen Weg nicht finden, wenn Du Dich nicht an-er-kennst. Du musst Dich und Dein Wirken anerkennen, um Dich zu er-kennen. Erst, wenn Du Dich kennst, kannst Du voll in Deiner Kraft stehen.

Wenn Du Deinen Wert nicht siehst, kannst Du ihn auch nicht vermitteln. Wenn Du Deinen Wert nicht schätzt, verschätzt Du Dich in dem, wie Du wirken kannst und wie Du wirkst. Du musst Dich und Dein Wirken wertschätzen, um Dein volles Potenzial zu entfalten.

Ent-falten. Auch ein schönes Wort. Bevor man sich richtig erkennt, sieht man nur das kleine, zusammengefaltete Stückchen Etwas. Mit jedem Schmerz, den wir gespürt haben, haben wir uns immer ein wenig kleiner gemacht, und noch einmal gefaltet. Bis nur noch ganz wenig von dem, was uns ausmacht, zu sehen war.

Dann sehen wir nur das kleine, verfärbte, krumpelige Etwas und vergleichen es am Besten noch mit dem frischen großen schneeweißen DIN-A-1-Blatt nebenan und fühlen uns noch kleiner.

Und eines Tages spürst Du ein Drücken. Hörst eine Stimme. Fühlst ein Sehnen. Etwas in Dir möchte sich ent-falten.

Die Ungeduld in Dir will direkt so groß und so strahlend sein wie das Blatt nebenan. Aber Du kannst das Blatt nicht von Innen heraus ent-falten. Du musst mit der äußeren Falte beginnen. Mit der, die zuletzt geknickt wurde. Und Du musst ganz vorsichtig, liebevoll und behutsam vorgehen, damit das Blatt keine Risse bekommt, bzw. die vorhandenen Risse weiter einreißen. Keine Sorge, Risse sind okay, die geben dem Blatt die besondere Note.

Aktionsimpuls
Besorge Dir ein schönes, leeres Büchlein. Nein, Oktavheft ist zu dünn. Din-A-6 mindestens. Schöner Einband. Etwas, was in die Hand- oder Hosentasche passt. Trage es immer bei Dir. Und einen Stift.

Schreibe jeden Tag mindestens 5-10 Punkte auf an Sachen, Begebenheiten, Taten, die Du an Dir selber anerkennst, oder die andere an Dir anerkennen. Aber immer mehr Punkte, die Du selber an Dir anerkennst, als Punkte, die andere an Dir anerkennen.

Anerkennung ist schon ein „Danke!“, das Du erhältst. Mit dem Danke wird anerkannt, dass Du die Tür aufgehalten hast, dass Du Dich nach dem Befinden Deines Gegenübers erkundigt hast, dass Du Deinem Gegenüber zugehört hast und ihm mit Rat und Tat zur Seite standest und so weiter. Es sind die „Kleinigkeiten“, die keine Kleinigkeiten sind.

Anerkennung ist auch, wenn Du ein Verhaltensmuster in Dir erkennst, das bislang eher passiv war, wo Du Dich vorher eher in der „Opferrolle“ gesehen hast: „Immer passiert mir das.“, „Warum grinst der mich an? Hab ich was zwischen den Zähnen hängen?“ etc. Jetzt aber denkst du: „Hm, das Muster kenn ich doch. Warte mal. Wo kommt das her?“ oder auch: „Na, da ist aber einer gut gelaunt, das ist ja richtig ansteckend!“.

Zolle Dir Anerkennung, wenn Du weinst, denn Weinen löst Blockaden. Ich liebe es mittlerweile zu Weinen – etwas, wofür ich mich früher geschämt habe, weil ich dachte, es sei Schwäche. Ist es nicht, im Gegenteil, aber das Thema würde einen eigenen Artikel füllen.

Du fühlst Dich schwach, weißt nicht weiter und bittest jemanden um Hilfe? Wie geil ist das denn!?! Und schon auf Deine Liste geschrieben!

Du brauchst Ruhe und legst Dich eine Stunde bei Kerzenschein und schöner Kuschelmusik in die Wanne? Boah, wie schön! Du nimmst Dir Zeit für Dich selber, Du hast er-kannt, dass Dein Körper und Deine Seele verwöhnt werden wollen. Und auch das landet auf Deiner Liste.

Der Sinn dahinter ist, dass Du nach und nach Deinen Fokus änderst. Wenn Du das Buch mit Dingen füllen solltest, die Dich an Dir selber nerven, die Du verurteilst, wäre es im Nu voll. Es ist aber so viel, was nicht nur wir an uns gut finden, sondern auch andere. Du wirst die Anerkennung anderer nach und nach „ausschleichen“ und nur noch das aufschreiben, was Du selber an Dir anerkennst. Denn ganz wichtig ist dabei, dass wir von dem Wunsch von Anerkennung von Außen wegkommen und uns selber wertschätzen.

Am Ende hast Du Deinen Anerkennungsmuskel so weit trainiert, dass Du das Büchlein gar nicht mehr brauchst, sondern von Dir aus siehst, was anerkennenswert an Dir ist.

Und Du merkst, dass Du auf einmal viel gerader stehst. Und Du siehst, dass Du immer noch von Menschen umgeben bist, die Dich genauso anerkennen, wie Du es tust. Aber da Du Dich jetzt voll anerkennst und wert-schätzt, so tun es auch Deine Mitmenschen. Es mögen nicht mehr dieselbe sein, die an dem Tag, um Dich waren, an dem Du das Büchlein mit den ersten Sachen fülltest, die Du an Dir anerkanntest. Aber Du erkennst, dass es jetzt Menschen sind, die Dich nähren und unterstützen. Und auf einmal bist Du diejenige, die breit lächelnd über die Straße geht und anderen ein Lächeln entlockt.

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