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Wort des Tages: Richtig

2016-12-12_richtig

Richtig.
Was ist für Dich richtig? Weißt Du das?
Was fühlt sich für Dich richtig gut an?
Wie fühlt es sich an, wenn sich etwas richtig gut anfühlt?
Geh mal in das Gefühl und ziehe es an wie einen wohlig warmen Mantel.
Schmieg Dich richtig hinein, fühle Dich geborgen.
Fühlst Du es?
Gut.
Und denke nun an eine Situation, in der eine Entscheidung ansteht.
Nähere Dich, in diesen Mantel gehüllt, den Alternativen und schaue, welche davon sich für Dich richtig anfühlt.
Wenn sich keine richtig anfühlt, gibt es vielleicht noch etwas, was Du noch nicht siehst?
Dann schau mal nach rechts.
Was siehst Du da?

Mögest Du immer die für Dich richtige Entscheidung treffen, das wünsche ich Dir.

Von Prozessen, Wut und Glaubenssätzen

 

Diese Woche ging bei mir ein Prozess zu Ende, der vor über einem Jahr begann, als ich mich selber während einer Meditation voller Wut in einem Reagenzglas habe stehen sehen. (Darüber schrieb ich bereits in meinem Blog „Vom Berührenlassen und Berührtsein“).

Ich habe mich seit letztem Jahr wirklich sehr verändert – Gefühle sind mir nicht mehr fremd, ich habe auch kaum noch Scheu, sie zu zeigen. Seit ich vor zwei Wochen diesen Blog schrieb, kam immer wieder mal der Gedanke hoch, dass das Thema „Wut“ allerdings noch unangetastet war. Ich spürte aber auch, dass sich dies bald ändern würde.

Vergangenen Mittwoch habe ich mal wieder meditiert. Es war eine geführte Meditation zu Beginn einer Gruppe zum Thema „Beziehungen“. In dieser Meditation sah ich das Reagenzglas wieder. Und mich. Diesmal aber außerhalb dieses Glases. Der Pfropfen war ab, es lag nur so etwas wie eine Unterlegscheibe auf der Öffnung, und ich beobachtete von außen, wie die letzte Wut langsam entwich.

Es war wenig spektakulär. Und ich hätte fast die Wichtigkeit und die Bedeutung verpasst. Am Ende der Meditation fühlte sich mein Bauch, die Gegend um mein 2. Chakra, so frei an. Leicht. Kein „Knubbel“ mehr. Ganz neu. Selbst da war ich mir nicht sicher, ob es das war, von dem ich ausging, dass es war.

Am nächsten Morgen telefonierte ich mit einer Freundin. Es ging unter anderem um meine Glaubenssätze, die immer wieder das Verfolgen meiner Ziele verhinderten. Ich hatte in den Tagen vor dem Telefonat schon einige Glaubenssätze zusammengetragen, auch bereits einige aufgelöst. Aber ich wusste, dass es noch einen „Chef-Glaubenssatz“ gab. Quasi die Quelle all dieser Glaubenssätze, die ich bereits aufschrieb. Im Gespräch wurde mir bewusst, dass es ein ganz alter Glaubenssatz war, einer, den ich seit meinem dritten Lebensjahr mit mir rumschleppte. Das wiederum bedeutete, dass es wieder mit meinem Großvater zu tun hatte.

An dieser Stelle wollte ich die Überlegungen schon fast abbrechen, denn ich dachte eigentlich, dass es da nichts mehr gibt, was ich mir anschauen müsste. Aber meine Freundin half mir, dabei zu bleiben, tiefer reinzuspüren. Dank ihrer Hilfe wusste ich auf einmal, dass die Restwut, die ich am Tag vorher aus der Flasche habe aufsteigen sehen, die Wut auf mich selber war. Die Wut darüber, dass ich mir damals in der Situation nicht selber helfen konnte. Und als ich das begriff, war mir auch auf einmal der Glaubenssatz bewusst, der alle anderen Glaubenssätze bedingte: die Überzeugung, dass ich mir nicht selber helfen konnte.

Als ich diesen Satz laut aussprach, hat es mich am Telefon richtiggehend zerrissen. Ich habe geweint wie ein Schlosshund. Es war sehr befreiend, als wäre in mir ein Tor aufgegangen, und die Tränen hätten den letzten Rest des Schmerzes ausgeschwemmt. Als ich wieder sprechen konnte, sagte ich spontan: „Geiler Prozess!“ – und musste genauso heftig lachen, wie ich kurz zuvor weinen musste. Und es war gut so. Ich war endlich in der Lage, mir selber zu vergeben.

Später am selben Tag habe ich den Glaubenssatz mithilfe von Verbalmagie aufgelöst und dafür einen neuen Glaubenssatz installiert. Seitdem bin ich voll neuem Tatendrang und Vertrauen in mich selber. Ich weiß jetzt, dass ich mich nicht wieder selber boykottiere, da ich mir nicht mehr beweisen muss, dass ich mir nicht selber helfen kann. Ich weiß, dass ich gut genug, schlau genug, erfinderisch genug, kreativ genug und so vieles mehr bin, und mir deswegen selber helfen kann. Ich weiß aber auch, dass ich nicht alleine bin. Ich kümmere mich einfach darum, dass ich weiß, was ich will und voller Freude, Liebe und Leichtigkeit alles mir Mögliche tue, um es zu erreichen. Das „Wie“ überlasse ich Gott und seinen Helfern. Das nimmt den Druck. 🙂

Im Nachhinein hat es mich nicht gewundert, dass ich an diesen zwei Tagen jeweils meine Urvertrauen-Socken trug. 🙂

Der See

Ich sprach gerade mit einem Freund und während unseres Gespräches kam mir ein Bild, das ich gerne mit Dir teilen möchte, da es einen guten Weg zeigt, um „Altlasten“ abzulegen. Ganz egal, ob es sich um Ängste, Sorgen, Denkmuster oder sonst was handelt.

Stell Dir vor, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, Schmetterlinge fliegen über die Wiese und Du läufst auf einen wunderschönen See zu, während Du die warme Luft als sanfte Brise auf Deiner Haut spürst.

Auf der anderen Seite des Sees, der so groß ist, dass Du ihn ganz bequem durchschwimmen kannst, siehst Du Dein Ziel – in den schönsten Farben.

Du gehst also ganz gemütlich auf den See zu und ziehst Dich (bis auf Deine Badesachen, ist ja jugendfrei hier :)) aus. Neben dem Stapel mit den Kleidungsstücken legst Du alles, was Dich schwer macht, was Dich runterdrücken würde, weil es Dich belastet. Du kannst es Dir als dicken, fetten Backstein vorstellen, den Du aus der Tasche ziehst und neben Deine Kleidung legst. Du bedankst Dich für die Dienste und gehst befreit ins Wasser. Schau mal, ob Du eher langsam gehst, oder voller Freude reinspringst. Beides ist gut, nichts ist falsch.

Mit Blick auf Dein Ziel durchschwimmst Du mühelos den See. Je näher Du dem Ziel kommst, desto aufgeregter wirst Du und desto mehr Freude kommt auf, die Dich noch mehr anspornt.

Wenn Du nicht schwimmen kannst, stell Dir vor, dass ein Schlauchboot am Ufer steht und Du zum anderen Ende ruderst. Den Backstein kannst Du trotzdem nicht mitnehmen, denn er ist so scharfkantig, dass das Schlauchboot einen Riss kriegen und sinken würde.

Am Ufer angekommen siehst Du noch schönere Kleidungsstücke liegen, so dass Du gar nicht zurückschwimmen musst (und Du siehst, dass der Backstein in der Zwischenzeit total austrocknete, bröselig wurde, und sich der so entstandene Sand in alle Winde verstreut hat). Aber bevor Du Dich abtrocknen und anziehen kannst, wirst Du von Deinem Ziel wie von einem kleinen verspielten Welpen freudig begrüßt. Dir geht das Herz auf vor Dankbarkeit dem Ziel, aber auch Dir selbst gegenüber, dass Du Deinem Weg gefolgt bist und so nun all das Gute annehmen kannst, das sich jetzt in Deinem Leben manifestieren kann.

Wenn Du beim ersten Mal nicht auf die andere Seite kommst, ist nicht schlimm. Dreh einfach um, und schwimme zurück. Hier gibt es aber allerdings kein Handtuch, so dass Du nass in die Klamotten schlüpfen musst. Uncool. Dann liegt da ja auch noch der Backstein. Du beugst Dich nieder, um ihn aufzuheben, und merkst, wie viel schwerer er jetzt ist. Es kostet Dich mehr Mühe, ihn aufzunehmen. Wenn Du ihn erst mal trägst, ist es okay, dann ist das Gewicht dasselbe, aber das Aufnehmen ist sehr viel beschwerlicher.

Du kannst diese Visualisierung jederzeit wiederholen. Es ist egal, wie oft du wieder zurückschwimmst, alles zu seiner Zeit. Aber wisse, dass bei jeder Rückkehr der Backstein mit den Altlasten beim Aufnehmen schwerer wird. Bis Du Dir irgendwann denkst: „Warum versuche ich eigentlich, auf Biegen und Brechen diesen alten Mist mit mir rumzuschleppen? Die ganze Muskelkraft, die ich durch das Aufheben des Backsteines aufgebaut habe, kann ich doch dazu nutzen, um an das andere Ende des Sees zu kommen!“

Und Du probierst es wieder. Und auf einmal schaffst Du es! Du kommst drüben an. Und diesmal stehen da auch Deine ganzen Ahnen und verstorbenen Freunde und Tiergefährten und jubeln. Glückwunsch, Du hast es geschafft!

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Veranschaulichen wir das Prinzip mal an einem Beispiel:

Du hast Dich beworben und möchtest telefonisch nachfragen, ob die Bewerbungsunterlagen auch eingegangen sind, da Dir der Job richtig viel Spaß machen würde. Nun weißt Du aber nicht, was Du am Telefon sagen sollst, hast Angst, aufdringlich zu sein, nur Stuss am Telefon zu erzählen und überhaupt, beim letzten Bewerbungsgespräch hast Du auch nur rumgestammelt.

Das ist die Momentanaufnahme aus Deinem jetzigen verkrampften Blickwinkel.

Atme erst mal tief durch.

So, was ist das Ziel?

In diesem Fall ist es das Ziel, den Mut zu haben, beim potenziellen zukünftigen Arbeitgeber anzurufen, um ihn ganz offen und natürlich zu fragen, ob die Bewerbungsunterlagen angekommen sind, da Du wirklich gerne für ihn und das Unternehmen arbeiten und Du ungern diese Chance verpassen würdest, weil der Umschlag mit den Unterlagen beim Postamt hinter einen Schrank gefallen ist.

Also visualisiere ein lockeres Telefonat mit dem zukünftigen Chef. Dahinter siehst Du am besten schon die Personalakte mit Deinem Namen drauf, weil dem Chef es total gut gefallen hat, dass Du so viel Eigeninitiative ergriffen hast, ohne aufdringlich zu sein und gezeigt hast, dass Dir der Job wirklich wichtig ist.

Die Altlasten: negative Selbstgespräche und Minderwertigkeitsgefühle, Erinnerungen an das letzte Bewerbungsgespräch. Also alle Ängste, die Dir im Weg stehen. Ängste sind okay, sie sind total hilfreich – und sie sind beweglich. Hast Du das noch nicht gewusst? Klar – sie folgen Dir ja auch überall hin, wenn Du sie lässt. Stell Dir vor, Du schaust Deine Ängste mal ganz genau an, ohne wegzusehen. Genau, blicke mal rechts neben Dich: Siehst Du die vier Rollen unter Deiner Angst? Sieht aus, wie ein Blumenroller für große Pflanzenkübel. Komisch gell? Weißt Du, wozu sie da sind? Genau – man kann die Angst zur Seite schieben. Nein, nicht ignorieren, das hilft nicht, aber sieh sie, erkenne sie an und schiebe sie zur Seite. Und ja – löse vorher noch die Schnur, die diese Angst mit Deinem Bein verbunden hatte, so dass Du sie bislang immer überall mitnehmen konntest. 🙂

Geh dann einen Schritt auf Dein Ziel zu. Auf der anderen Seite, bei mir ist es links, da ist auch eine Energie. Spürst Du sie? Das ist die Liebe. Sie freut sich gerade total, dass Du diesen Schritt gewagt hast. Sie und Deine Ahnen schauen liebevoll zu Dir rüber und unterstützen Dich, denn jetzt steht die Angst ja nicht mehr im Weg und Du kannst die Liebe ganz in Dir aufnehmen. Ja, dieses unbekannte Gefühl, dass Du da spürst – das ist die Selbstliebe, die spielt auch mit. Die Angst überdeckt sie meist sehr gekonnt. Aber jetzt kann sie sich zeigen.

Also nimm die Altlasten – diesmal auch gerne in Form eines grünen Luftballons – und lass den Ballon los. Du siehst ihn befreit in die Lüfte aufsteigen. Du siehst, wie eine Möwe kommt, ein Loch reinpickt und wie der Luftballon zerplatzt. Jetzt hält Dich erst recht nichts mehr auf dieser Seite des Ufers. Voller Freude springst Du in den See (oder in das Schlauchboot) und feierst Deinen Weg.

Mögest Du Dich immer für die Liebe entscheiden, das wünsche ich Dir.