Tag Archives: Anerkennung

Wort des Tages: Sanft

2017-01-04_sanft

Sanft
Bist Du sanft mit Dir?
Vor allem, wenn der Alltag hektisch wird
und Deine Ansprüche Dir selber gegenüber ins Unermessliche steigen?
Eher nicht, oder?
Was braucht es denn,
um zumindest die Sanftheit für Dich an den Tag zu legen,
die Du der von mir viel zitierten Kassiererin entgegenbringst?
Das Mitgefühl für Dich.
Den Respekt für Deinen Weg, für Dein Leben.
Gehe mal bewusst durch den Tag und achte darauf,
dass Du mit Dir mindestens so sanft umgehst,
wie Du es Fremden gegenüber tust.

Mögest Du Dir selber mit Sanftheit begegnen, das wünsche ich Dir.

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Wort des Tages: Größe

2016-11-07_groesse

Größe

Uns fällt es oft noch schwer, das Wort „Größe“
in Zusammenhang mit uns selber zu sehen.
Doch genau darum geht es in unserem Dasein:
unsere eigene Größe zu sehen, anzuerkennen und zu feiern.
Das heißt nicht, dass man sich besser oder größer fühlt als andere.
Denn – und darin liegt der Schlüssel – es geht nicht darum,
sich mit anderen zu vergleichen – noch nicht mal mit Dir selber.
Es gilt anzuerkennen, was ist.
Ohne Bewertung.
Wir wehren uns immer dagegen,
uns in Formen pressen zu lassen.
Zu Recht.
Formen, die uns von anderen aufgestülpt werden,
sind meist zu eng.
Sie drücken und kneifen und passen einfach nicht.
Aber: Es gibt eine Form, in die es gilt,
sich hinein auszudehnen:
Deine eigene Form.
Dein riesiges Maß an Möglichkeiten und Fähigkeiten,
mit dem Du in dieses Leben kamst.
Sie ist groß, sogar riesig.
Diese Form enthält alles:
alle Träume, alle Wünsche, alle Möglichkeiten.
Und den Weg, all das zu leben.
All Dein Potenzial zu leben, Deine Größe zu leben.
Du darfst Dich in ihr nach Herzenslust ausdehnen.
Und ja, wenn Du erst mal erkennst,
dass die Grenzen, die Du Dir bislang selber gesetzt hast
bzw. die Grenzen anderer, die Du bislang anerkannt hattest,
nicht in Stein gemeißelt und überwindbar sind …
dann fängt das Leben erst richtig an, Spaß zu machen.
Genieße es mit jeder Zelle!

Wort des Tages: Annehmen

2016-10-21_annehmen

Annehmen.
Nehmen wir mal an,
jemand würde zu Dir kommen und sagen:
„Ich bewundere Dich. Wie Du diese
Situation gemeistert hast …
Da kann ich nur den Hut ziehen!“
Wie würdest Du reagieren?
Wüsstest Du sofort, was gemeint ist?
Oder war das, wofür Du gerade Anerkennung
erhalten hast, so selbstverständlich
für Dich, dass Du gar nicht gemerkt hast,
was Du da geleistet hast?
Tust Du diese Anerkennung ab oder
nimmst Du sie an, bedankst Dich dafür
und erkennst Dein Wirken selber an?

Wort des Tages: Augen

2016-09-05_Augen

Augen.

“Sie haben Augen und sehen nicht.“

Vor was verschließt Du Deine Augen?

Was willst Du nicht sehen?

Was bereitet Dir Kopfschmerzen?

Gehe in Dich.

Halte inne.

Spüre die Liebe.

Die Liebe, die Dich immerzu umgibt.

Mit dieser Liebe, die Dir den Rücken stärkt,

schaue hin.

Was will gesehen werden?

Was will (an)erkannt werden?

Es wird Dich aber solange auf sich aufmerksam machen,

bis Du ihm die nötige Anerkennung zollst.

Dann erst wird es weiterziehen.

Jetzt klingt nach einer guten Zeit, oder?

Anerkennung

Anerkennung

 

Das Thema Anerkennung kommt in den letzten Wochen immer wieder hoch. Ein so vielschichtiges Thema. Ein so fundamentales Thema.

Auch interessant, dass man zuerst daran denkt, anderen Anerkennung zu zollen.

Dabei ist es so wichtig, auf dem Weg zu sich selbst, sich selber und sein Leben – sein Sein – anzuerkennen. Denn Du wirst Deinen Weg nicht finden, wenn Du Dich nicht an-er-kennst. Du musst Dich und Dein Wirken anerkennen, um Dich zu er-kennen. Erst, wenn Du Dich kennst, kannst Du voll in Deiner Kraft stehen.

Wenn Du Deinen Wert nicht siehst, kannst Du ihn auch nicht vermitteln. Wenn Du Deinen Wert nicht schätzt, verschätzt Du Dich in dem, wie Du wirken kannst und wie Du wirkst. Du musst Dich und Dein Wirken wertschätzen, um Dein volles Potenzial zu entfalten.

Ent-falten. Auch ein schönes Wort. Bevor man sich richtig erkennt, sieht man nur das kleine, zusammengefaltete Stückchen Etwas. Mit jedem Schmerz, den wir gespürt haben, haben wir uns immer ein wenig kleiner gemacht, und noch einmal gefaltet. Bis nur noch ganz wenig von dem, was uns ausmacht, zu sehen war.

Dann sehen wir nur das kleine, verfärbte, krumpelige Etwas und vergleichen es am Besten noch mit dem frischen großen schneeweißen DIN-A-1-Blatt nebenan und fühlen uns noch kleiner.

Und eines Tages spürst Du ein Drücken. Hörst eine Stimme. Fühlst ein Sehnen. Etwas in Dir möchte sich ent-falten.

Die Ungeduld in Dir will direkt so groß und so strahlend sein wie das Blatt nebenan. Aber Du kannst das Blatt nicht von Innen heraus ent-falten. Du musst mit der äußeren Falte beginnen. Mit der, die zuletzt geknickt wurde. Und Du musst ganz vorsichtig, liebevoll und behutsam vorgehen, damit das Blatt keine Risse bekommt, bzw. die vorhandenen Risse weiter einreißen. Keine Sorge, Risse sind okay, die geben dem Blatt die besondere Note.

Aktionsimpuls
Besorge Dir ein schönes, leeres Büchlein. Nein, Oktavheft ist zu dünn. Din-A-6 mindestens. Schöner Einband. Etwas, was in die Hand- oder Hosentasche passt. Trage es immer bei Dir. Und einen Stift.

Schreibe jeden Tag mindestens 5-10 Punkte auf an Sachen, Begebenheiten, Taten, die Du an Dir selber anerkennst, oder die andere an Dir anerkennen. Aber immer mehr Punkte, die Du selber an Dir anerkennst, als Punkte, die andere an Dir anerkennen.

Anerkennung ist schon ein „Danke!“, das Du erhältst. Mit dem Danke wird anerkannt, dass Du die Tür aufgehalten hast, dass Du Dich nach dem Befinden Deines Gegenübers erkundigt hast, dass Du Deinem Gegenüber zugehört hast und ihm mit Rat und Tat zur Seite standest und so weiter. Es sind die „Kleinigkeiten“, die keine Kleinigkeiten sind.

Anerkennung ist auch, wenn Du ein Verhaltensmuster in Dir erkennst, das bislang eher passiv war, wo Du Dich vorher eher in der „Opferrolle“ gesehen hast: „Immer passiert mir das.“, „Warum grinst der mich an? Hab ich was zwischen den Zähnen hängen?“ etc. Jetzt aber denkst du: „Hm, das Muster kenn ich doch. Warte mal. Wo kommt das her?“ oder auch: „Na, da ist aber einer gut gelaunt, das ist ja richtig ansteckend!“.

Zolle Dir Anerkennung, wenn Du weinst, denn Weinen löst Blockaden. Ich liebe es mittlerweile zu Weinen – etwas, wofür ich mich früher geschämt habe, weil ich dachte, es sei Schwäche. Ist es nicht, im Gegenteil, aber das Thema würde einen eigenen Artikel füllen.

Du fühlst Dich schwach, weißt nicht weiter und bittest jemanden um Hilfe? Wie geil ist das denn!?! Und schon auf Deine Liste geschrieben!

Du brauchst Ruhe und legst Dich eine Stunde bei Kerzenschein und schöner Kuschelmusik in die Wanne? Boah, wie schön! Du nimmst Dir Zeit für Dich selber, Du hast er-kannt, dass Dein Körper und Deine Seele verwöhnt werden wollen. Und auch das landet auf Deiner Liste.

Der Sinn dahinter ist, dass Du nach und nach Deinen Fokus änderst. Wenn Du das Buch mit Dingen füllen solltest, die Dich an Dir selber nerven, die Du verurteilst, wäre es im Nu voll. Es ist aber so viel, was nicht nur wir an uns gut finden, sondern auch andere. Du wirst die Anerkennung anderer nach und nach „ausschleichen“ und nur noch das aufschreiben, was Du selber an Dir anerkennst. Denn ganz wichtig ist dabei, dass wir von dem Wunsch von Anerkennung von Außen wegkommen und uns selber wertschätzen.

Am Ende hast Du Deinen Anerkennungsmuskel so weit trainiert, dass Du das Büchlein gar nicht mehr brauchst, sondern von Dir aus siehst, was anerkennenswert an Dir ist.

Und Du merkst, dass Du auf einmal viel gerader stehst. Und Du siehst, dass Du immer noch von Menschen umgeben bist, die Dich genauso anerkennen, wie Du es tust. Aber da Du Dich jetzt voll anerkennst und wert-schätzt, so tun es auch Deine Mitmenschen. Es mögen nicht mehr dieselbe sein, die an dem Tag, um Dich waren, an dem Du das Büchlein mit den ersten Sachen fülltest, die Du an Dir anerkanntest. Aber Du erkennst, dass es jetzt Menschen sind, die Dich nähren und unterstützen. Und auf einmal bist Du diejenige, die breit lächelnd über die Straße geht und anderen ein Lächeln entlockt.

Ent-täusche Dich und andere

 

Heute war ich viel im Austausch mit ganz vielen, besonderen Frauen. Mehr als sonst. Und ich merkte, wie jedes Gespräch mehr oder weniger auf das vorherige Gespräch aufbaute, es war sehr faszinierend.

Was diese Gespräche verdeutlichten, war der Umstand, dass wir alle momentan im selben Prozess stecken. Der Prozess selber sieht bei jeder anders aus, er nimmt bei jeder andere Formen an, aber wir werden gerade alle vorbereitet, bzw. die Vorbereitungszeit wird abgeschlossen.

Alle starken Frauen, mit denen ich heute in Kontakt war, sind krank. Jede hat etwas anderes. Jede wurde dadurch aber entschleunigt und hat so die Gelegenheit erhalten, zur Ruhe zu kommen, um ihr Leben von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen, um sich und ihr Leben in einem ganz anderen Licht zu sehen, als sie es bislang tat.

Bei jedem Gespräch merkte ich, dass sich der Blickwinkel aber erst im Gespräch mit anderen änderte, weil wir ja gewohnt sind, in unseren normalen Bahnen zu denken. Die Spuren dort sind schon ganz ausgelatscht und so tief, dass man nur mit Hilfe von anderen aus den alten Denkmustern rauskommt.

Jede steht vor irgendeiner Herausforderung. Und bei jeder hat diese Herausforderung ultimativ damit zu tun, sich selber anzuerkennen.

Ihre eigene Größe zu sehen.

Ohne Scham.

Ohne sich selber kleinzureden.

Ohne die Stimmen anderer, die sie kleinredeten.

Bei jeder geht es darum, Altes loszulassen, sich umzudrehen, und mit freudigem Blick und ebensolcher Erwartung ihrer Bestimmung entgegenzugehen.

Wie das geht? Einfach. Wie alles einfach ist – wenn Du es geschehen lässt.

Bislang unterliegst Du immer noch einer Täuschung. Tief drinnen denkst Du, Du bist es nicht wert. Du musst das tun, was andere von Dir erwarten. Sei es Mann, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, Verwandte, wer auch immer. Alle erwarten etwas von Dir. Deine Aufgabe ist es, dass Du ihre Erwartungen erfüllst.

Du täuscht Dich.

Deine Aufgabe ist es, Deine Erwartungen zu erfüllen.

Du bist hier, um Dein Leben zu leben, und zwar so, wie Du es willst. Du sollst nicht als Marionette Deines eigenen Lebens fungieren, während Mann, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, und, und, und die Strippen ziehen. Du bist keine Marionette. Du bist ein lebendiges Wesen, das herkam, um sein Leben zu leben.

Befreie Dich von dieser Täuschung. Sei Du selbst. Sei authentisch. Dazu gehört auch, dass Du weder Dich noch andere täuscht. Wenn Du es bislang getan hast, wird es Zeit, dass Du Dich und andere ent-täuschst. Höchste Zeit!

Ich habe heute Dank meiner Freundinnen erkannt, dass ich noch an den Fäden der Puppe hing, die meine Mutter erschuf. Das tat sie nicht aus Bosheit, ganz im Gegenteil. Sie wollte uns schützen und wollte, dass wir stets mit offenen Augen durchs Leben gehen, damit uns andere nicht wehtun können. Dass es ihr Lösungsansatz war, der u. a. dazu führte, dass ich mich selber bis heute klein hielt, war nicht Zeil ihres Blickwinkels. Aber dadurch habe ich mich bis heute tief im Innern als „Schmuddelkind“ gesehen. Als minderwertig und deswegen nicht liebenswert. Ich dachte, dass man sich mit mir nur aus Mitleid abgibt, dass ich nichts zu bieten habe. Dass ich die Aufmerksamkeit anderer nicht verdiene, geschweige ihre Liebe und/oder Anerkennung.

Diese Gedanken kamen mir in den letzten zwei Jahren immer wieder mal hoch. Ich schaute sie mir kurz an, weinte, machte mich dann wegen Selbstmitleid noch ein bissl mehr nieder und stopfte sie dann wieder eifrig in das Loch, aus dem sie gekrochen kamen.

Heute kamen sie wieder hoch. Aber durch die quasi aufeinander aufbauenden Gespräche, die ich heute mit einigen megatollen Frauen führte, wusste ich auf einmal, dass dieses Thema das ist, was ich anschauen muss. Das, was mich zurückhält, weil ich es nie beleuchtet habe. Dass ich es loslassen muss, um weitergehen zu können. Dass ich das jetzt viel zu lange mit mir mitgeschleppt habe, und dass dies der Stein ist, der den Schmetterling in mir daran hindert, abzuheben.

So fragte ich intuitiv meine Freundin, was ich tun kann, um das loslassen zu können. Sie entgegnete: „Tja, das ist ja die Vergangenheit, das stimmt ja gar nicht. Dreh Dich einfach um und wende Dich Deinem Leben zu.“

So einfach?

Und da kamen mir meine eigenen Worte in den Sinn, die ich kurz vorher einer anderen Freundin mit auf den Weg gab: spielerische Leichtigkeit und Freude. Und in dem Moment sah ich mich, wie ich das Thema „Schmuddelkinder“ in Form eines roten Luftballons in den Himmel entließ. Ich sah, wie dieser Ballon in den Himmel aufstieg. Das Band, an dem ich es bislang festhielt, flatterte im Wind. Und ich überantwortete das Thema und alle negativen Gefühle, und alles, was mich zurückhielt, Gott. Auf dass er es auflösen möge. Dann drehte ich mich im Geiste um und ging meiner Bestimmung entgegen.

Es war ganz einfach. Und befreiend. Und leicht. Und spielerisch.

2014-11-18 18.56.42