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Wort des Tages: Hoffnung

Hoffnung.

Öffne Dich ganz für dieses Wort. Spürst Du seine Leichtigkeit?

Wenn nicht, nimm ein DIN-A-4-Blatt, schreibe das Wort mit großen Buchstaben auf das Blatt, am besten mit einem dicken grünen Stift, und stelle Dich darauf.

Schließe die Augen und sauge die Hoffnung in Dich auf.

Bleibe so lange auf dem Blatt stehen, bis Du sie tief in Dir spürst.

Auf einmal weißt Du, welchen kleinen Schritt Du jetzt tun kannst, um Deinem Ziel

                                                                                                     näher zu kommen. Tue ihn.

                                                                                                     Wiederhole dies so oft wie nötig.

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Wort des Tages: Ermächtigung

2016-03-31_Ermaechtigung_

Ermächtigung.

Ein sehr kraftvolles Wort, mit dessen Hilfe Du in der Lage bist, Potenzial in Dir und anderen zu erkennen und ans Licht zu bringen.

Wen kannst Du heute ermächtigen?

Was in Dir kannst Du ermächtigen?

Welcher Wunsch in Dir ist so klein wie eine winzige Knospe, die sich langsam der immer wärmer werdenden Sonne zuwendet? Und wie kannst Du diese Knospe dazu bringen, zu wachsen und sich zu entfalten?

Auferstehung

Auferstehung

 

Auferstehung. Das Wort begegnet mir seit einigen Tagen in den unterschiedlichsten Kontexten. Vorrangig natürlich in Bezug auf Ostern und Jesus‘ Auferstehung. Aber es geht auch um die eigene Auferstehung. Und beides ist miteinander verflochten.

Vor der Auferstehung gab es den Karfreitag.
Schmerz, Leid, abgrundtiefe Verzweiflung. Das Gefühl, es geht nicht mehr weiter, es wird nie wieder weitergehen. Dunkelheit.

Auferstehung
Hoffnung, Vertrauen, Liebe. Licht.

Wie beim Yin und Yang, ist immer im Dunkel ein Fleckchen Licht, und im Licht ein Fleckchen Dunkel.

Die Kreuzigung.
Jesus hing stundenlang am Kreuz und starb einen langsamen und qualvollen Tod. Seine Jünger und Jüngerinnen, seine Freunde, seine Familie und seine Frau Maria Magdalena mussten mitansehen, wie er litt und schließlich starb. Sahen seine Ohnmacht, waren selber ohnmächtig. Da war aber nicht nur dieser immense Schmerz.

Da war auch Liebe.
Eine Liebe, die so tief ist, dass sie immer noch Bestand hat.
Eine Liebe auf so vielen Ebenen.
Die Liebe seiner Jünger und Jüngerinnen zu ihm und seinen Lehren.
Die Liebe seiner Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten und Cousinen zu ihm als Sohn, Bruder, Neffe, Cousin.
Die Liebe seiner Frau zu ihm als Mann.

Und je mehr der Schmerz zunahm, desto klarer wurde ihnen allen die Tiefe ihrer Liebe.

Diese Liebe war das Licht in diesem Dunkel.

Die Auferstehung.
Auf einmal war das Grab leer.
Er ist nicht tot.
Er lebt.

Das ist das Licht. Eine Erleichterung. Die Hoffnung ist zusammen mit ihm auferstanden.
Das Dunkel: Es war trotzdem alles anders. Alles musste neu justiert werden. Jeder musste sich an eine Welt ohne ihn gewöhnen. Oder zumindest ohne, dass er dauernd körperlich anwesend war.

So wie nach seinem Tod über 2.000 Jahre lang das Dunkel übermächtig war und auch in den Geschichtsbüchern und den Geschichten unserer Ahnen mehr Platz einnahm, so wendet sich das Blatt nun und das Licht nimmt mehr und mehr Platz ein.

Das geht nicht von heute auf morgen, und das Dunkel wehrt sich mit allen Mitteln und versucht sich an uns festzukrallen, wie jemand, der vom Abhang hängt und Angst hat, hinabzustürzen.

Diese Krallen im Fleisch tun weh.
Sie hinterlassen Narben.
Sie bringen uns zum Wanken.

Und dann ist da der Hoffnungsschimmer in Form einer Hand, die Dir Halt gibt, eines Gesprächs, das Klarheit bringt, einer Umarmung, die Dich stärkt.

Es gibt immer mehr lichte Momente in unserem Leben. Es gibt immer mehr Menschen, die ihr Leben dem Dienst am Anderen verschrieben haben. Menschen, die ihr Licht nutzen, um ihren Mitmenschen dabei zu helfen, ihr eigenes Licht wiederzuentdecken.

Und so breitet sich das Licht immer weiter aus. Mit jedem Lächeln, das ankommt, mit jeder liebevollen Geste, mit jedem Gespräch und jeder Handlung im Namen der Liebe.

Und so kann jeder von uns etwas dazu beitragen, Jesus zu helfen, das Licht der Liebe um uns herum – aber auch in uns – zu verbreiten.

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Anerkennung

Anerkennung

 

Das Thema Anerkennung kommt in den letzten Wochen immer wieder hoch. Ein so vielschichtiges Thema. Ein so fundamentales Thema.

Auch interessant, dass man zuerst daran denkt, anderen Anerkennung zu zollen.

Dabei ist es so wichtig, auf dem Weg zu sich selbst, sich selber und sein Leben – sein Sein – anzuerkennen. Denn Du wirst Deinen Weg nicht finden, wenn Du Dich nicht an-er-kennst. Du musst Dich und Dein Wirken anerkennen, um Dich zu er-kennen. Erst, wenn Du Dich kennst, kannst Du voll in Deiner Kraft stehen.

Wenn Du Deinen Wert nicht siehst, kannst Du ihn auch nicht vermitteln. Wenn Du Deinen Wert nicht schätzt, verschätzt Du Dich in dem, wie Du wirken kannst und wie Du wirkst. Du musst Dich und Dein Wirken wertschätzen, um Dein volles Potenzial zu entfalten.

Ent-falten. Auch ein schönes Wort. Bevor man sich richtig erkennt, sieht man nur das kleine, zusammengefaltete Stückchen Etwas. Mit jedem Schmerz, den wir gespürt haben, haben wir uns immer ein wenig kleiner gemacht, und noch einmal gefaltet. Bis nur noch ganz wenig von dem, was uns ausmacht, zu sehen war.

Dann sehen wir nur das kleine, verfärbte, krumpelige Etwas und vergleichen es am Besten noch mit dem frischen großen schneeweißen DIN-A-1-Blatt nebenan und fühlen uns noch kleiner.

Und eines Tages spürst Du ein Drücken. Hörst eine Stimme. Fühlst ein Sehnen. Etwas in Dir möchte sich ent-falten.

Die Ungeduld in Dir will direkt so groß und so strahlend sein wie das Blatt nebenan. Aber Du kannst das Blatt nicht von Innen heraus ent-falten. Du musst mit der äußeren Falte beginnen. Mit der, die zuletzt geknickt wurde. Und Du musst ganz vorsichtig, liebevoll und behutsam vorgehen, damit das Blatt keine Risse bekommt, bzw. die vorhandenen Risse weiter einreißen. Keine Sorge, Risse sind okay, die geben dem Blatt die besondere Note.

Aktionsimpuls
Besorge Dir ein schönes, leeres Büchlein. Nein, Oktavheft ist zu dünn. Din-A-6 mindestens. Schöner Einband. Etwas, was in die Hand- oder Hosentasche passt. Trage es immer bei Dir. Und einen Stift.

Schreibe jeden Tag mindestens 5-10 Punkte auf an Sachen, Begebenheiten, Taten, die Du an Dir selber anerkennst, oder die andere an Dir anerkennen. Aber immer mehr Punkte, die Du selber an Dir anerkennst, als Punkte, die andere an Dir anerkennen.

Anerkennung ist schon ein „Danke!“, das Du erhältst. Mit dem Danke wird anerkannt, dass Du die Tür aufgehalten hast, dass Du Dich nach dem Befinden Deines Gegenübers erkundigt hast, dass Du Deinem Gegenüber zugehört hast und ihm mit Rat und Tat zur Seite standest und so weiter. Es sind die „Kleinigkeiten“, die keine Kleinigkeiten sind.

Anerkennung ist auch, wenn Du ein Verhaltensmuster in Dir erkennst, das bislang eher passiv war, wo Du Dich vorher eher in der „Opferrolle“ gesehen hast: „Immer passiert mir das.“, „Warum grinst der mich an? Hab ich was zwischen den Zähnen hängen?“ etc. Jetzt aber denkst du: „Hm, das Muster kenn ich doch. Warte mal. Wo kommt das her?“ oder auch: „Na, da ist aber einer gut gelaunt, das ist ja richtig ansteckend!“.

Zolle Dir Anerkennung, wenn Du weinst, denn Weinen löst Blockaden. Ich liebe es mittlerweile zu Weinen – etwas, wofür ich mich früher geschämt habe, weil ich dachte, es sei Schwäche. Ist es nicht, im Gegenteil, aber das Thema würde einen eigenen Artikel füllen.

Du fühlst Dich schwach, weißt nicht weiter und bittest jemanden um Hilfe? Wie geil ist das denn!?! Und schon auf Deine Liste geschrieben!

Du brauchst Ruhe und legst Dich eine Stunde bei Kerzenschein und schöner Kuschelmusik in die Wanne? Boah, wie schön! Du nimmst Dir Zeit für Dich selber, Du hast er-kannt, dass Dein Körper und Deine Seele verwöhnt werden wollen. Und auch das landet auf Deiner Liste.

Der Sinn dahinter ist, dass Du nach und nach Deinen Fokus änderst. Wenn Du das Buch mit Dingen füllen solltest, die Dich an Dir selber nerven, die Du verurteilst, wäre es im Nu voll. Es ist aber so viel, was nicht nur wir an uns gut finden, sondern auch andere. Du wirst die Anerkennung anderer nach und nach „ausschleichen“ und nur noch das aufschreiben, was Du selber an Dir anerkennst. Denn ganz wichtig ist dabei, dass wir von dem Wunsch von Anerkennung von Außen wegkommen und uns selber wertschätzen.

Am Ende hast Du Deinen Anerkennungsmuskel so weit trainiert, dass Du das Büchlein gar nicht mehr brauchst, sondern von Dir aus siehst, was anerkennenswert an Dir ist.

Und Du merkst, dass Du auf einmal viel gerader stehst. Und Du siehst, dass Du immer noch von Menschen umgeben bist, die Dich genauso anerkennen, wie Du es tust. Aber da Du Dich jetzt voll anerkennst und wert-schätzt, so tun es auch Deine Mitmenschen. Es mögen nicht mehr dieselbe sein, die an dem Tag, um Dich waren, an dem Du das Büchlein mit den ersten Sachen fülltest, die Du an Dir anerkanntest. Aber Du erkennst, dass es jetzt Menschen sind, die Dich nähren und unterstützen. Und auf einmal bist Du diejenige, die breit lächelnd über die Straße geht und anderen ein Lächeln entlockt.

Der Nutzen des Benutzens und Benutzt-Werdens

Ich wurde heute auf ein Video aufmerksam, in dem die begnadete Sängerin Lauryn Hill aus Ihrem Herzen zu einem Raum voller Menschen sprach. Ein Satz sprang mich richtiggehend an: „In order to be used by God, you have to be really used“. Ins Deutsche kann man es in etwa so übertragen: „Wenn Du Gott zu Nutzen sein möchtest, so musst du Dich erst von ihm benutzen lassen.“

Was bedeutet das?

Wenn Du noch nie Farben sehen konntest, kannst Du anderen nicht darüber erzählen, wie es ist, Farben zu sehen, und wie welche Farbe auf Dich wirkt.

Wenn Du Dich aber wie Helen Keller für die Blinden einsetzen und ihnen dienen möchtest, dann hilft es immens, blind zu sein und somit Gott zu gestatten, Dich zu benutzen.

2016-03-02_Liebe wirkt am stärksten dort

Es ist mal wieder schön, wie Gott mich führt. Denn das Thema „Benutzen“ und „Benutzt werden“ kam in meinem persönlichen Leben in den letzten Tagen immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise hoch.

In einem Gespräch mit meinem Partner wurde vor ein paar Tagen etwas in mir angetriggert, von dem ich zuerst nicht wusste, was es war. Ich war aber auf einmal stocksauer. Ich reflektierte vor dem Schlafengehen darüber und mir fiel auf, dass das, was gesagt wurde, mich an etwas erinnerte, was mir in einer früheren Beziehung regelmäßig widerfuhr, und was dazu führte, dass ich mich von dieser Person benutzt fühlte. Noch nicht einmal so sehr bewusst. Aber das Verhalten hinterließ einen immer schaler werdenden Nachgeschmack.

Nachdem ich eine Nacht drüber schlief, wurde mir noch mehr bewusst, nämlich u. a., dass dieses Verhalten dazu führte, dass ich mich immer kleiner und „unwürdiger“ fühlte, immer weniger „liebens-wert“. Gott sei Dank (und ich danke ihm wirklich täglich u. a. genau dafür), führen mein Partner und ich eine Beziehung, in der wir offen über alles reden können, da wir wissen, dass unausgesprochene Worte nur dazu führen, dass sie im Dunklen gären. Dadurch, dass wir darüber gesprochen haben, versteht er nun meine erste Reaktion und ich bin dadurch meiner Selbst wieder bewusster.

Ich sprach darüber auch mit meiner Freundin. Wir zwei komplimentieren uns wunderbar und sie ist selber auch sehr intuitiv und sieht Sachen und Zusammenhänge, die ich nicht selber sehe, und umgekehrt ist es genauso. Als ich ihr davon erzählte, sagte sie: „Du weißt aber auch, dass das vielleicht Deine Reaktion angetriggert hat, aber die Ursache dafür liegt noch viel weiter zurück, gell? Es ist der kleinen, dreijährigen Iris widerfahren.“

Ich stöhnte und lachte mehr oder weniger gleichzeitig, denn die arme Kleine hat ganz viel mitgemacht, und ich hatte eigentlich gedacht, dass ich mir schon alles angesehen hätte, was der Kleinen damals wiederfuhr. Aber scheinbar nicht. Aber ihr geht es definitiv besser, denn obwohl mir die Tränen schon quasi hinter den Augen brannten, war der Impuls zu lachen viel größer, denn ich spürte ihre Lockerheit mit der sie mir einfach zeigen wollte: „Duuuu, schaust Du da bitte auch noch hin? Da zwickt noch was.“

Ich weiß jetzt, dass die Kleine noch einige Baustellen hat, die nach und nach hochkommen werden, und die ich dann in die Heilung bringen kann. Aber ich bin glücklich darüber, dass ich diesen Aspekt mit Hilfe der Einhandrutentechnik und dem Heilen mit Symbolen erfolgreich als „Erledigt“ loslassen kann.

Die kleine Iris wurde von meinem Großvater sexuell missbraucht. Es fing an, als sie drei Jahre alt war und endete mit dem Wegzug aus Duisburg, als ich sechs war. Ich hatte es sehr geschickt verdrängt. So gut, dass ich mich an kaum eine Begebenheit aus meiner Kindheit oder Jugend erinnern konnte. Die Erinnerungen fingen erst an dem Tag wieder an, an dem meine Mutter vom Tod ihres Vaters erfuhr. Diese Szene hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und erst seit kurzem weiß ich, warum.

Und erst jetzt, während ich diese Worte niederschreibe, geht mir auf, warum ich mich an recht viele andere Begebenheiten in meinem Leben nicht oder nicht gut erinnern kann: So bin ich mit tiefem Scherz umgegangen. Das Verdrängen von Schmerz ging so in Fleisch und Blut über. Was aber nicht bedeutet, dass Schmerz der alleinige Grund für mein Vergessen ist. 🙂

Ich habe meinem Opa und dem Rest der Familie, die mir eigentlich hätte zu Hilfe kommen können/sollen, vergeben. Ich weiß, dass mein Opa durch den 2. Weltkrieg ein ganz schweres Schicksal trug und das Beste tat, zu dem er in der Lage war.

Nein, ich sage nicht, dass es gut war, dass er mich vergewaltigt hat. Ich habe ihm verziehen, aber heiße das Verhalten nicht gut. Ich weiß, dass jeder Mensch immer das Beste tut, wozu er in jedem einzelnen Augenblick in der Lage ist. Wir wissen nicht, wie wir reagieren würden, wenn wir genau das Schicksal erfahren hätten, das die Menschen durchleben mussten, die Gewalt in jeglicher Form ausüben. Denn sei gewiss: Auch Ihnen wurde Gewalt angetan. Hass bringt wieder Hass hervor. Nur mit Liebe hat man die Möglichkeit, den Hass zu wandeln.

Und da ist der Brückenschlag zum Benutzt-werden durch Gott:

Liebe wirkt am stärksten dort, wo Hass seinesgleichen sucht. Das heißt, man muss in eine Situation kommen, in der ein möglicher Weg der Hass ist – und sich dann für die Liebe entscheiden, damit Gottes Liebe so richtig zur Wirkung kommen kann.

Und Gott dankt es immer auf vielfältige Weise. Heute zum Beispiel hatten die kleine Iris und ich ganz viel Spaß, als wir ganz viel freie Fläche beim Einkaufen nutzten, um quer durch das Einkaufszentrum mit dem Einkaufswagen als Fortbewegungsmittel zu pesen (jagen). Was wiederum wieder das Lächeln in die Gesichter meiner Mitmenschen zauberte. Herrlich! 🙂

Der See

Ich bin sprach gerade mit einem Freund und während unseres Gespräches kam mir ein Bild, das ich gerne mit Euch teilen möchte, da es einen guten Weg zeigt, um „Altlasten“ abzulegen. Ganz egal, ob es sich um Ängste, Sorgen, Denkmuster oder sonst was handelt.

Stell Dir vor, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, Schmetterlinge fliegen über die Wiese und Du läufst auf einen wunderschönen See zu, während Du die warme Luft als sanfte Brise auf Deiner Haut spürst.

Auf der anderen Seite des Sees, der so groß ist, dass Du ihn ganz bequem durchschwimmen kannst, siehst Du Dein Ziel – in den schönsten Farben.

Du gehst also ganz gemütlich auf den See zu und ziehst Dich (bis auf Deine Badesachen, ist ja jugendfrei hier :)) aus. Neben dem Stapel mit den Kleidungsstücken legst Du alles, was Dich schwer macht, was Dich runterdrücken würde, weil es Dich belastet. Du kannst es Dir als dicken, fetten Backstein vorstellen, den Du aus der Tasche ziehst und neben Deine Kleidung legst. Du bedankst Dich für die Dienste und gehst befreit ins Wasser. Schau mal, ob Du eher langsam gehst, oder voller Freude reinspringst. Beides ist gut, nichts ist falsch.

Mit Blick auf Dein Ziel durchschwimmst Du mühelos den See. Je näher Du dem Ziel kommst, desto aufgeregter wirst Du und desto mehr Freude kommt auf, die Dich noch mehr anspornt.

Wenn Du nicht schwimmen kannst, stell Dir vor, dass ein Schlauchboot am Ufer steht und Du zum anderen Ende ruderst. Den Backstein kannst Du trotzdem nicht mitnehmen, denn er ist so scharfkantig, dass das Schlauchboot einen Riss kriegen und sinken würde.

Am Ufer angekommen siehst Du noch schönere Kleidungsstücke liegen, so dass Du gar nicht zurückschwimmen musst (und Du siehst, dass der Backstein in der Zwischenzeit total austrocknete, bröselig wurde, und sich der so entstandene Sand in alle Winde verstreut hat). Aber bevor Du Dich abtrocknen und anziehen kannst, wirst Du von Deinem Ziel wie von einem kleinen verspielten Welpen freudig begrüßt. Dir geht das Herz auf vor Dankbarkeit dem Ziel, aber auch Dir selbst gegenüber, dass Du Deinem Weg gefolgt bist und so nun all das Gute annehmen kannst, das sich jetzt in Deinem Leben manifestieren kann.

Wenn Du beim ersten Mal nicht auf die andere Seite kommst, ist nicht schlimm. Dreh einfach um, und schwimme zurück. Hier gibt es aber allerdings kein Handtuch, so dass Du nass in die Klamotten schlüpfen musst. Uncool. Dann liegt da ja auch noch der Backstein. Du beugst Dich nieder, um ihn aufzuheben, und merkst, wie viel schwerer er jetzt ist. Es kostet Dich mehr Mühe, ihn aufzunehmen. Wenn Du ihn erst mal trägst, ist es okay, dann ist das Gewicht dasselbe, aber das Aufnehmen ist sehr viel beschwerlicher.

Du kannst diese Meditation jederzeit wiederholen. Es ist egal, wie oft du wieder zurückschwimmst, alles zu seiner Zeit. Aber wisse, dass bei jeder Rückkehr der Backstein mit den Altlasten beim Aufnehmen schwerer wird. Bis Du Dir irgendwann denkst: „Warum versuche ich eigentlich, auf Biegen und Brechen diesen alten Mist mit mir rumzuschleppen? Die ganze Muskelkraft, die ich durch das Aufheben des Backsteines aufgebaut habe, kann ich doch dazu nutzen, um an das andere Ende des Sees zu kommen!“

Und Du probierst es wieder. Und auf einmal schaffst Du es! Du kommst drüben an. Und diesmal stehen da auch Deine ganzen Ahnen und verstorbenen Freunde und Tiergefährten und jubeln. Glückwunsch, Du hast es geschafft!

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Veranschaulichen wir das Prinzip mal an einem Beispiel:

Du hast Dich beworben und möchtest telefonisch nachfragen, ob die Bewerbungsunterlagen auch eingegangen sind, da Dir der Job richtig viel Spaß machen würde. Nun weißt Du aber nicht, was Du am Telefon sagen sollst, hast Angst, aufdringlich zu sein, nur Stuss am Telefon zu erzählen und überhaupt, beim letzten Bewerbungsgespräch hast Du auch nur rumgestammelt.

Das ist die Momentanaufnahme aus Deinem jetzigen verkrampften Blickwinkel.

Atme erst mal tief durch.

So, was ist das Ziel?

In diesem Fall ist es das Ziel, den Mut zu haben, beim potenziellen zukünftigen Arbeitgeber anzurufen, um ihn ganz offen und natürlich zu fragen, ob die Bewerbungsunterlagen angekommen sind, da Du wirklich gerne für ihn und das Unternehmen arbeiten würdest und Du ungern diese Chance verpassen würdest, weil der Umschlag mit den Unterlagen beim Postamt hinter einen Schrank gefallen ist.

Also visualisiere ein lockeres Telefonat mit dem zukünftigen Chef. Dahinter siehst Du am besten schon die Personalakte mit Deinem Namen drauf, weil dem Chef es total gut gefallen hat, dass Du so viel Eigeninitiative ergriffen hast, ohne aufdringlich zu sein und gezeigt hast, dass Dir der Job wirklich wichtig ist.

Die Altlasten: negative Selbstgespräche und Minderwertigkeitsgefühle, Erinnerungen an das letzte Bewerbungsgespräch. Also alle Ängste, die Dir im Weg stehen. Ängste sind okay, sie sind total hilfreich – und sie sind beweglich. Hast Du das noch nicht gewusst? klar – sie folgen Dir ja auch überall hin, wenn Du sie lässt. Stell Dir vor, Du schaust Deine Ängste mal ganz genau an, ohne wegzuschauen. Genau, schau mal rechts von Dir: Siehst Du die vier Rollen unter Deiner Angst? Sieht aus, wie ein Blumenroller für große Pflanzenkübel. Komisch gell? Weißt Du, wozu sie da sind? Genau – man kann die Angst zur Seite schieben. Nein, nicht ignorieren, das hilft nicht, aber sieh sie, erkenne sie an und schiebe sie zur Seite. Und ja – löse vorher noch die Schnur, die diese Angst mit Deinem Bein verbunden hatte, so dass Du sie bislang immer überall mitnehmen konntest. 🙂

Geh dann einen Schritt auf Dein Ziel zu. Auf der anderen Seite, bei mir ist es links, da ist auch eine Energie. Spürst Du sie? Das ist die Liebe. Sie freut sich gerade total, dass Du diesen Schritt gewagt hast. Sie und Deine Ahnen schauen liebevoll zu Dir rüber und unterstützen Dich, denn jetzt steht die Angst ja nicht mehr im Weg und Du kannst die Liebe ganz in Dir aufnehmen. Ja, dieses unbekannte Gefühl, dass Du da spürst – das ist die Selbstliebe, die spielt auch mit. Die Angst überdeckt sie meist sehr gekonnt. Aber jetzt kann sie sich zeigen.

Also nimm die Altlasten – diesmal auch gerne in Form eines grünen Luftballons – und lass den Ballon los. Du siehst ihn befreit in die Lüfte aufsteigen. Du siehst, wie eine Möwe kommt, ein Loch reinpickt und wie der Luftballon zerplatzt. Jetzt hält Dich erst recht nichts mehr auf dieser Seite des Ufers. Voller Freude springst Du in den See (oder in das Schlauchboot) und feierst Deinen Weg.

Wofür entscheidest Du Dich – für die Angst oder für die Liebe?

Valentinstag – der Tag der Liebe

Ich las heute eine Geschichte in dem Buch A Deep Breath of Life: Daily Inspiration for Heart-Centered Living von Alan Cohen mit kurzen inspirierenden Texten für jeden Tag des Jahres.

Der heutige Text dreht sich passenderweise um den „Urheber“ des Valentinstages, um Valentinus, der von den Römern ob seines Bekenntnisses zum Christentum zum Tode verurteilt wurde. Im Kerker schloss er Freundschaft mit einer der Wachen, mit dem er lange Gespräche führte. Diese Wache respektierte Valentinus und seine Weisheit und brachte auch seine siebenjährige blinde Tochter Julia zu ihm, damit Valentinus sie unterrichten möge. Es dauerte nicht lange, da verband auch Julia eine tiefe Freundschaft, Respekt und Liebe zu ihrem Mentor. Eines Tages fragte Julia ihn, ob sie denn jemals wieder würde sehen können. Valentinus entgegnete der Kleinen: „Mit Liebe im Herzen und Deinem Glauben an Gott ist alles möglich.“. Es wird gesagt, dass sie in diesem Moment von einem hellen Lichtstrahl getroffen wurde und fortan wieder sehen konnte. Als Julia Valentinus am nächsten Tag besuchen wollte, fand sie die Zelle leer vor, denn Valentinus wurde hingerichtet. Er hinterließ Julia aber eine Nachricht, die der Überlieferung nach das Folgende sagte:

„Auch wenn wir uns niemals wiedersehen werden, wisse, dass ich Dich immer lieben werde. Du bist mir sehr wichtig und ich schätze Dich sehr. Ich werde immer an Deiner Seite sein, auch wenn Du mich nicht siehst, und ich werde für immer in Deinem Herzen leben. Ich glaube an Dich.“

Obwohl ich diese Worte schon mindestens zum dritten Mal lese, haben sie mich noch nie so sehr berührt, wie heute. Diese unschuldige, reine Liebe, die Valentinus und die kleine Julia verband, treibt mir immer wieder die Tränen in die Augen. Sie und das Wissen, dass diese Liebe uns alle umgibt. Wir können diesen Strom der Liebe immer „anzapfen“. Und er versiegt nie.

Ich denke, ein weiterer Grund, warum mich diese Geschichte heute besonders anrührt, ist eine Begegnung, die ich am Freitag erleben durfte, die mich genauso berührt hat:

Am Freitag fand im Kulturgarten in Duisburg wieder ein Abend mit Jenseitskontakten statt. Unter anderem kam ein Herr durch, der einer der Anwesenden mitteilen wollte, dass es ihm gut geht, dass er nun frei sei. Er wollte auch seiner Liebe für sie Ausdruck verleihen. Das Gefühl war so tief, dass mir quasi die Brust schwoll vor lauter Liebe, und die Dame konnte sie auch spüren. Nach der Veranstaltung kam sie auf mich zu und sagte mir, dass dieser Herr erst zwei Tage zuvor beerdigt wurde und wie sehr es ihr half, zu wissen, dass es ihm jetzt gut geht. Das hat mich total berührt und ich bin seitdem von einer noch tieferen Dankbarkeit darüber erfüllt, dass ich Menschen in dieser Weise dienen und ihre Liebe über die Grenzen der „Realität“ hinweg übermitteln darf.

Ich lebe mittlerweile für die Liebe. Und mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich diese Liebe spüren zu lassen.

Diese Worte sind für Dich. Atme sie ein, lasse sie auf Dich wirken und glaube daran, dass Du wichtig bist, dass Du einen Unterschied machst, dass Du eine Stimme und Fähigkeiten hast, dass Du eine Geschichte hast, die sonst niemand hat, dass es Menschen gibt, die Dich brauchen, Deinen Glauben und Deine Liebe. Vergiss nie, dass die Welt auf Dich wartet. Auf Dich und Deinen einzigartigen und schönen Beitrag. Danke für Dein Sein. Ich liebe Dich.

 

2016-02-14_Dass ich wichtig bin_

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Akku aufladen

2017-02-11_Akku aufladen

Erholung besteht nicht im Nichtstun, sondern in dem, was wir sonst nicht tun.
Paul Hörbiger

lilie_45

Ich merke es gerade am eigenen Leib: eine gewisse Müdigkeit, Schlappheit. Eine meiner Freundinnen schrieb mir vor ein paar Minuten und wünschte viel Kraft. Meine spontane Reaktion war: Kraft habe ich, Energie fehlt mir. Und direkt wusste ich, dass wir eigentlich alle genug Energie haben. Nur haushalten wir damit nicht so, dass wir das voranbringen, was uns am Herzen liegt.

Wir alle verfügen über 100 % Energie. Prinzipiell. Auch, wenn ich mich gerade so müde fühle, dass ich problemlos erst mal eine Runde schlafen könnte. Ein Zeichen dafür, dass nicht genügend Energie zur Verfügung steht. Also frage ich mich – wo ist diese Energie hin? Und dann schaue ich mich um und sehe mein Büro, das knapp drei Wochen nach dem Umzug noch immer total wüst aussieht. Ich müsste die letzten Kartons ausräumen, die Sachen, die einfach erst mal nur abgestellt wurden, an ihren rechten Platz räumen. Ablage machen (und da kommt der nächste Energiefresser: Ich müsste meine Post abarbeiten). Ich habe eine To-do-Liste, die nicht kürzer wird, denn jedes Mal, wenn ich etwas abhake, kommen mindestens 2 Sachen dazu.

Und jedes Mal, wenn ich drauf schaue, oder denke, ich müsste etwas machen – egal, wie viel Spaß es mir macht – lasse ich einen Teil meiner Energie dort: 5 % für jeden Punkt auf meiner To-do-Liste (der aktuellen schriftlichen Liste, sowie der mentalen Liste mit Dingen, die es noch nicht auf die aktuelle geschafft haben.). Das sind aktuell schon allein 50 % meiner Energie, die an Dingen hängen, die ich aufgelistet habe.

Dann kommen die Gedanken hinzu. Machen wir es uns einfach und verallgemeinern wir ein bisschen. Denn es darf auch einfach sein.

 

Rechnen wir mal – 5 % für jeden negativen, belastenden Gedanken (Boah, schon wieder nicht alles geschafft; Gleich gibt es bestimmt wieder Stau; Warum ist denn die Ampel schon wieder rot, die letzte war doch schon rot; Ich darf nicht wieder zu spät kommen; Warum bellt denn der Hund schon wieder; Ich muss ja noch Wäsche waschen etc.).

Und dann + 5 % für jeden positiven Gedanken und jede nette Begegnung (Ich freue mich schon auf das Treffen; Welch ein lustiges/berührendes Bild/Video auf Facebook; War das ein schöner Abend; Schau mal, wie der Hund sich freut; Och, da fliegt ein roter Luftballon; Fühlt sich die Sonne auf meiner Haut toll an; Die Blumen riechen aber gut; Die Getränkewagen beim Einkaufen eignen sich so wunderbar, darauf durch die Gänge zu rollen etc.).

Mach doch mal. Wunderst Du Dich immer noch, warum Du Dich so schlapp fühlst?

lilie_45

Dann gibt es natürlich noch Sachen, die mehr Energie ziehen, aber auch welche, die mehr Energie bringen:

Stress in jeglicher Form frisst Energie. Das kann der Stress der eigenen To-do-Liste sein, die Anforderungen, die man an sich selber stellt oder die, die man andere an sich stellen lässt, Trennung, Tod, etc. – alles Energiefresser.

Sonne, Vogelzwitschern, Wasser (Fluss, See, Meer), Ruhe – da füllt sich meine Batterie mit der Zeit ganz automatisch wieder auf. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und sich mir hinter einer Kurve ein Naturschauspiel bietet, das mir die Sprache verschlägt, da steigt mein Energiepegel spontan und sofort wieder an. Verbundenheit mit Mitmenschen – puff, Energie wird aufgeladen. Das müssen noch nicht mal Freunde oder Familienmitglieder sein – Augenkontakt und ein Lächeln von einer Fremden auf der Straße, unbeschwert spielende Kinder beobachten … Herrlich! So hat jeder seine eigenen „Energiewiederhersteller“.

lilie_45

Die kleinen glücklichen Momente des Alltags, das sind die Helfer in der Not. Wer Computerspiele spielt, kennt die Erste-Hilfe-Power-Ups, die die Lebensenergie wieder auffüllen. Die gibt es im echten Leben auch, wir sehen sie nur meist nicht als solche:

Die warme Sonne auf der Haut, das Zwitschern der Vögel, das Auto, das am Zebrastreifen anhält und den Fußgänger über die Straße gehen lässt, so dass er sich gesehen fühlt und nicht nass wird, der Motorradfahrer, der sich dafür bedankt, dass man als Autofahrer zur Seite fährt, damit er gefahrlos vorbeiziehen kann. Ihr seht, all das sind Kleinigkeiten, die aber den Akku wieder aufladen. Seinen eigenen Akku, wenn man sie in seinem eigenen Leben wahrnimmt, aber auch den Akku anderer, wenn man sie seinen Mitmenschen schenkt.

Achte darauf, wo Deine Energie hingeht, und womit Du sie wieder auffüllen kannst. Und dann achte darauf, dass sich das zumindest die Waage hält. Wünschenswert wäre natürlich, dass Du mehr Energie hast, als Du brauchst – dann kannst Du die überschüssige Energie dazu verwenden, für andere Menschen kleine Glücksmomente zu kreieren, damit deren Energielevel steigt.

Erzähle uns doch in den Kommentaren, womit Du Deinen Akku wieder auflädst!
lilie_45

Mögest Du so viel Energie haben, dass Du auch anderen das Leben verschönern kannst, das wünsche ich uns.

iris

 

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Selbstliebe

Das letzte Jahr brachte sehr viele Veränderungen in mein Leben. Im Dezember war ich nicht mehr die Frau, die das Jahr im Januar begonnen hatte. Nicht, dass ich es mir im Januar hätte träumen lassen. Ging gar nicht, ich konnte mir diese Veränderungen gar nicht vorstellen, weil ich nicht wusste, dass all das, was geschehen war, möglich war.

In Retrospektive betrachtet, waren diese Veränderungen nur möglich, weil ich mich verändert habe.

Weil ich mich dem Leben und der Liebe öffnete. Weil ich sagte: So will ich nicht mehr, ich will frei sein, ich will das Alte loslassen – und dann auch Schritte unternahm, um das umzusetzen. Seitdem habe ich mich mehr und mehr kennen- und lieben gelernt.

Nicht nur, dass ich die Frau, die mich morgens im Spiegel anschaut, gerne sehe und sie mir immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert – auch, wenn ich krank bin, mir die Haare zu Berge stehen und sich die Augenränder scheinbar über Nacht vermehrt haben.

Ich liebe diese Frau im Spiegel und habe eine Achtung vor ihr gewonnen, die ich vorher nicht verspürte. Und ich merke jetzt erst, beim Schreiben dieser Worte, dass ich wirklich Achtung vor mir habe.

Achtung und Dankbarkeit für mein Leben. Für all das, was ich erlebt habe. Für all die Fehler, die ich gemacht habe; für all die Liebe, die ich fühle, für mich und andere; für meine Zuversicht, mein Vertrauen, meine Anpassungsfähigkeit, meine Werte, für all das, was ich gelernt habe; für meine Offenheit mir selber, anderen und dem Leben im Allgemeinen gegenüber; für meinen Sinn für Humor; dafür, dass ich mein inneres Kind wiedergefunden habe und sie immer wieder an die Hand nehme, bzw. mich von ihr an die Hand nehmen lasse, und mit ihr die Leichtigkeit des Lebens feiere; für meinen Mut, mich zu zeigen; für meinen Mut, mich der Liebe geöffnet zu haben und mich ihr immer wieder zu öffnen …

Du siehst, da ist eine tiefe Liebe zu dieser Frau, die mich aus dem Spiegel heraus liebevoll betrachtet. Diese Liebe habe ich vor einem Jahr noch nicht gespürt.

Ich bin da auch nicht alleine hingekommen. Ich habe mich im Dezember 2013 dazu entschlossen, dem Living Master Club beizutreten – einer Online-Community, die im Jahr vorher von Veit Lindau ins Leben gerufen wurde. (Diese Community gibt es immer noch, sie heißt mittlerweile Human Trust und ich gehöre ihr auch immer noch an). In dieser Community gibt es auch verschiedene Regionalgruppen, so dass man sich einmal im Monat trifft. Bei diesen Treffen habe ich Menschen kennengelernt, die aktiv dabei mithalfen, den Weg zu mir selber zu beschreiten und auch bei mir anzukommen. Mir kommt in dem Zusammenhang gerade das afrikanische Sprichwort: „It takes a village to raise a child.“ in den Sinn: Um ein Kind groß zu kriegen, braucht man die Hilfe eines ganzen Dorfes. Ein gazes Dorf begleitet ein Kind auf dem Weg zu sich selber, bis es auf eigenen Füßen stehen könnte – aber nicht muss, denn in der Gemeinschaft liegt Kraft. Das trifft auch auf meinen Weg zu mir zu. Ich brauchte – und brauche – diese Gemeinschaft liebevoller Menschen, die mich dabei unterstützt, meinen Weg zu mir selber zu finden und zu beschreiten. Ihr Liebe und ihre Freundschaft bereichern mein Leben jeden Tag aufs Neue.

Ich fand meine Familie in England, mit der ich noch nie Kontakt hatte und dadurch auch meinen Vater wieder, von dem ich dachte, er sei gestorben, und mit dem ich über 30 Jahre lang keinen Kontakt hatte. Durch ihn darf ich jetzt noch Vaterliebe empfinden.

Als weiteren Dank vom Universum, dass ich mich auf den Weg zu mir selber gemacht habe, erhielt ich zusätzlich noch einen Mann an meine Seite, mit dem ich einen weiteren Aspekt der Liebe entdecken und genießen darf.

Dieser Weg, den ich beschreite, dieser Weg zu mir selber, erinnert mich an den Gang auf dem Labyrinth.

Labyrinth_Chartres

 

In der Mitte anzukommen ist die Belohnung.

Auf dem Weg in die Mitte lerne ich immer mehr davon, wer ich wirklich bin. Was mich ausmacht. Was ich mag, was ich nicht mag. Ich lasse auch immer mehr los, denn der Weg ist lang und eng und windet sich immer wieder. Ich treffe immer wieder auf alte Sachen, altes Gepäck, das manchmal den weiteren Gang ein wenig erschwert, bis ich merke, dass ich das ja gar nicht mit mir mitschleppen muss, sondern ich kann es loslassen. Eine jede solcher Erkenntnis ist immer wieder ein Wendepunkt – in meinem Leben wie auch in diesem Labyrinth – die Richtung ändert sich wieder.

Erkenne dich für die Frau/den Mann an, die/der Du bist. Erkenne Deinen Weg an, den bereits zurückgelegten, wie auch den, der noch vor Dir liegt. Erkenne Deine Großartigkeit an, Deine Stärke, Deinen Mut. Deine Liebe, Deine Angst, Deine Zuversicht, Deine Schwächen, Deine Stärken, Deine Leidensfähigkeit, Deine Liebesfähigkeit, Deine Zähigkeit, Deine Verletzlichkeit. Erkenne Dich an. Du bist genau richtig so, wie Du bist. Und ich liebe Dich.

Ent-täusche Dich und andere

 

Heute war ich viel im Austausch mit ganz vielen, besonderen Frauen. Mehr als sonst. Und ich merkte, wie jedes Gespräch mehr oder weniger auf das vorherige Gespräch aufbaute, es war sehr faszinierend.

Was diese Gespräche verdeutlichten, war der Umstand, dass wir alle momentan im selben Prozess stecken. Der Prozess selber sieht bei jeder anders aus, er nimmt bei jeder andere Formen an, aber wir werden gerade alle vorbereitet, bzw. die Vorbereitungszeit wird abgeschlossen.

Alle starken Frauen, mit denen ich heute in Kontakt war, sind krank. Jede hat etwas anderes. Jede wurde dadurch aber entschleunigt und hat so die Gelegenheit erhalten, zur Ruhe zu kommen, um ihr Leben von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen, um sich und ihr Leben in einem ganz anderen Licht zu sehen, als sie es bislang tat.

Bei jedem Gespräch merkte ich, dass sich der Blickwinkel aber erst im Gespräch mit anderen änderte, weil wir ja gewohnt sind, in unseren normalen Bahnen zu denken. Die Spuren dort sind schon ganz ausgelatscht und so tief, dass man nur mit Hilfe von anderen aus den alten Denkmustern rauskommt.

Jede steht vor irgendeiner Herausforderung. Und bei jeder hat diese Herausforderung ultimativ damit zu tun, sich selber anzuerkennen.

Ihre eigene Größe zu sehen.

Ohne Scham.

Ohne sich selber kleinzureden.

Ohne die Stimmen anderer, die sie kleinredeten.

Bei jeder geht es darum, Altes loszulassen, sich umzudrehen, und mit freudigem Blick und ebensolcher Erwartung ihrer Bestimmung entgegenzugehen.

Wie das geht? Einfach. Wie alles einfach ist – wenn Du es geschehen lässt.

Bislang unterliegst Du immer noch einer Täuschung. Tief drinnen denkst Du, Du bist es nicht wert. Du musst das tun, was andere von Dir erwarten. Sei es Mann, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, Verwandte, wer auch immer. Alle erwarten etwas von Dir. Deine Aufgabe ist es, dass Du ihre Erwartungen erfüllst.

Du täuscht Dich.

Deine Aufgabe ist es, Deine Erwartungen zu erfüllen.

Du bist hier, um Dein Leben zu leben, und zwar so, wie Du es willst. Du sollst nicht als Marionette Deines eigenen Lebens fungieren, während Mann, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, und, und, und die Strippen ziehen. Du bist keine Marionette. Du bist ein lebendiges Wesen, das herkam, um sein Leben zu leben.

Befreie Dich von dieser Täuschung. Sei Du selbst. Sei authentisch. Dazu gehört auch, dass Du weder Dich noch andere täuscht. Wenn Du es bislang getan hast, wird es Zeit, dass Du Dich und andere ent-täuschst. Höchste Zeit!

Ich habe heute Dank meiner Freundinnen erkannt, dass ich noch an den Fäden der Puppe hing, die meine Mutter erschuf. Das tat sie nicht aus Bosheit, ganz im Gegenteil. Sie wollte uns schützen und wollte, dass wir stets mit offenen Augen durchs Leben gehen, damit uns andere nicht wehtun können. Dass es ihr Lösungsansatz war, der u. a. dazu führte, dass ich mich selber bis heute klein hielt, war nicht Zeil ihres Blickwinkels. Aber dadurch habe ich mich bis heute tief im Innern als „Schmuddelkind“ gesehen. Als minderwertig und deswegen nicht liebenswert. Ich dachte, dass man sich mit mir nur aus Mitleid abgibt, dass ich nichts zu bieten habe. Dass ich die Aufmerksamkeit anderer nicht verdiene, geschweige ihre Liebe und/oder Anerkennung.

Diese Gedanken kamen mir in den letzten zwei Jahren immer wieder mal hoch. Ich schaute sie mir kurz an, weinte, machte mich dann wegen Selbstmitleid noch ein bissl mehr nieder und stopfte sie dann wieder eifrig in das Loch, aus dem sie gekrochen kamen.

Heute kamen sie wieder hoch. Aber durch die quasi aufeinander aufbauenden Gespräche, die ich heute mit einigen megatollen Frauen führte, wusste ich auf einmal, dass dieses Thema das ist, was ich anschauen muss. Das, was mich zurückhält, weil ich es nie beleuchtet habe. Dass ich es loslassen muss, um weitergehen zu können. Dass ich das jetzt viel zu lange mit mir mitgeschleppt habe, und dass dies der Stein ist, der den Schmetterling in mir daran hindert, abzuheben.

So fragte ich intuitiv meine Freundin, was ich tun kann, um das loslassen zu können. Sie entgegnete: „Tja, das ist ja die Vergangenheit, das stimmt ja gar nicht. Dreh Dich einfach um und wende Dich Deinem Leben zu.“

So einfach?

Und da kamen mir meine eigenen Worte in den Sinn, die ich kurz vorher einer anderen Freundin mit auf den Weg gab: spielerische Leichtigkeit und Freude. Und in dem Moment sah ich mich, wie ich das Thema „Schmuddelkinder“ in Form eines roten Luftballons in den Himmel entließ. Ich sah, wie dieser Ballon in den Himmel aufstieg. Das Band, an dem ich es bislang festhielt, flatterte im Wind. Und ich überantwortete das Thema und alle negativen Gefühle, und alles, was mich zurückhielt, Gott. Auf dass er es auflösen möge. Dann drehte ich mich im Geiste um und ging meiner Bestimmung entgegen.

Es war ganz einfach. Und befreiend. Und leicht. Und spielerisch.

2014-11-18 18.56.42