Gebete, Segen und die Magie

 

Am Anfang war das Wort.

Die Bibel

Mir fielen vor ein paar Tagen Aufzeichnungen eines Vortrages in die Hände, den ich letztes Jahr im Rahmen eines Aufenthaltes am Arthur Findlay College hielt. Ich wusste, dass sie mir unterkamen, weil ich diese Woche über das Thema schreiben soll. Es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Eines, das für viele ein rotes Tuch ist, andere wiederum können gar nichts damit anfangen. Mir nähert es sich auf ganz viele Weisen und zeigt mir immer neue Gesichter.

Der Titel meines Vortrages lautete „Gebete, Segen und Magie“. Und ich lächle gerade beim Schreiben, weil diese drei Worte mein derzeitiges Leben sehr gut zusammenfassen. 🙂 

Ich hatte letztes Jahr für meinen Vortrag nur 15 Minuten Zeit und musste mich also sehr kurz fassen und entschied mich deswegen, mich auf drei Aspekte dieses weitläufigen Themas zu beschränken.

Zuerst eine kurze Einleitung

Es gibt verschiedene Formen des Gebets. Hier eine unvollständige Auswahl:

Bittgebete
Dankgebete
Segen
Heilgebete
Rituelle Gebete (die meist indigenen Völkern zugeschrieben werden)
Gebete, die gesungen bzw. getönt oder anderweitig durch Musik ausgedrückt werden, wie z. B. Mantren.
Gebete in Form von Symbolen
Gefühlsbasierte Gebete

Gebete und Magie haben etwas gemeinsam: Den Einsatz des Willens und des Wortes.

Das Wort Abrakadabra zum Beispiel kommt aus dem Aramäischen, der Sprache Jesu:
Avrah Ka Dabrah

Das bedeutet in etwas so viel wie „Ich werde erschaffen, während ich spreche.“

Worte sind geballte Energieformen. Dein Wille, Deine Intention, bestimmt die Richtung dieser Energie.

Besprechen/Böthen

Die Intention wird u. a. auch während der alten Kunst des Böthens, auch Besprechen genannt, genutzt. Als ich mich für den Vortrag vorbereitete, fand ich es faszinierend, dass ich keine englischsprachigen Informationen fand. Ich fragte das Publikum, das aus aller Herren Länder kam, aber niemand kannte diese Heilweise. Dabei ist sie eine der ältesten Form des europäischen Schamanismus, die uns derzeit bekannt ist.

Es wurden schon ganze Bücher über das Besprechen geschrieben, ich werde es hier nur anreißen.

Hier in Deutschland haben die meisten zumindest schon mal was vom Besprechen von Warzen gehört. Die Böthing-Meisterin Xenia Fitzner, die mich im Rahmen meiner Ethnomedizin-Ausbildung in die Kunst des Böthens einweihte, erzählte, dass sie bei ihrer Meisterin fünf Jahre lernte, um selber Meisterin zu werden. Es gehört also schon einiges dazu.

Aber was genau ist das Besprechen?

Der oder die Besprecher/in macht sich die Macht und die Wirkung bestimmter Gebete zu Nutze, um diverse Krankheiten, bzw. Situationen zu heilen.

Es gibt verschiedene Szenarien, in denen Böthing-Rituale abgehalten werden können: entweder in Einzelsitzungen, in Gruppen oder für bestimmte Situationen. 

Früher war es Usus, am 13. Tag eines jeden Monats einen sogenannten Heilsamen Abend zu veranstalten. Zu diesem Abend konnte jeder kommen, der ein bestimmtes Problem hatte. Dieses Problem wurde zusammen mit dem Namen auf einen Zettel geschrieben. Man kam in einem Kreis zusammen. Wer um Hilfe bitten wollte, ging in die Mitte, setzte sich und gab der Besprecherin den Zettel. Diese verband sich mit Himmel und Erde und überbrachte die Nachricht für den Hilfesuchenden in mächtigen und kraftvollen Worte. Manchmal waren Worte nicht genug, manchmal wurde getönt, mal Runen gesungen, mal wurde geklatscht, dann auf den Boden aufgetreten. Dadurch wird eine Energie freigesetzt, die in dieser Form sonst nicht möglich wäre. So kommt ganz viel in Bewegung und Heilimpulse werden gesetzt.

In den Einzelsitzungen werden einmal die Woche für drei Wochen spezielle Gebete je drei Mal wiederholt, also insgesamt neun Mal gesprochen.

Sanjeevini

Sanjeevinis sind die Kombination aus zwei Bereichen, die mir sehr am Herzen liegen: Worte und Symbole.

Als ich über sie stolperte, war ich total begeistert, denn ich bin u. a. auch Trainerin für Heilen mit Symbolen und liebe Symbole.

Dieses Heilsystem wurde vor 23 Jahren in Indien entwickelt. Es besteht mittlerweile aus 60 Körperteilkarten sowie 264 Krankheitskarten.

Das bekannteste Symbol daraus ist wohl das „Neutralise“, das man auch wunderbar einsetzen kann, um Elektrogeräte zu entstören.

Diese Karten zeigen hochpotenter Gebete in Form von Symbolen. Man kann diese Symbole auch kombinieren und dann energetisch entweder auf neutrale Globuli oder Wasser übertragen. Die Globuli bzw. das Wasser werden dann eingenommen. Es ist auch möglich, sich direkt mit den Karten zu verbinden, indem man sie anschaut, anfasst oder daran denkt. Auch einer Fernübertragung steht nichts im Wege.

Das Labyrinth von Chartres und das Vaterunser

Vor einiger Zeit las ich das Buch „Vater unser. Deine Schatzkarte zu Gott“ von Kathleen McGowan. Darin sprach sie von Zusammenhängen zwischen dem Labyrinth von Chartres und dem Vaterunser. Sie hat sich lange mit diesem und anderen Themen beschäftigt und stieß dabei auf die alte Mystikerschule von Chartres und ihren Lehren. Diese Lehren bezüglich des Vaterunsers und dem Labyrinth faszinierten mich besonders. 

Es wird gesagt, dass jedes der sechs Blütenblätter der in der Mitte des Labyrinths befindlichen Rose Repräsentant für einen Teil des Vaterunsers sei.

Glaube
„Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name.“

Frage Dich: Was ist Deine Beziehung zum Schöpfer, zum Universum, oder welche Bezeichnung auch immer Dir am angenehmsten ist? Bist Du dankbar für das, was Du hast? 

Hingabe
„Dein Reich komme, Dein Wille geschehe.“

Willst Du alles kontrollieren? Merkst Du, wenn Du an Grenzen stößt, dass es hier nicht weiter geht? Siehst Du Schicksalsschläge als Kurskorrektur an? 

Dienen
„Wie im Himmel, so auch auf Erden.“

Erschaffe Deinen eigenen Himmel hier auf Erden. Weißt Du, dass es Deine Aufgabe ist, glücklich zu sein? Wenn Du glücklich bist, dienst Du den Menschen um Dich herum am besten.

Fülle
„Unser tägliches Brot gib uns heute.“

Fülle ist der natürliche Zustand allen Lebens. Wir erschaffen immer das, worauf wir unseren Fokus setzen, unsere Energie richten. Wir sind es gewohnt, von dem zu sprechen und uns darauf zu konzentrieren, was wir nicht haben. Hier brauchen wir eine Neuprogrammierung. Dabei hilft, uns immer wieder vor Augen zu führen, für was wir dankbar sein können. Was ist gut in Deinem Leben? Kannst Du hören, sehen, fühlen, schmecken, laufen, sprechen? Das ist doch ein genialer Anfang! Was ist sonst noch gut? Schreib es auf! 

Vergebung
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“

All die Energie, die Du in Situationen steckst, die Du nicht verzeihen kannst, ist vergeudet. Nimm sie lieber und erschaffe das, was Du wirklich willst. Anstatt immer wieder anderen von dem zu erzählen, was Du nicht vergeben kannst oder die Situation in Deinem Kopf auf Dauerschleife zu fahren, nutze die Zeit zum Beispiel, um herauszufinden, wo Du die Ausbildung machen kannst, die Du schon die ganze Zeit machen wolltest. Oder tue etwas, was Dir Freude macht. 

Überwindung
„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vor dem Bösen.“

Eine der Definitionen für „das Böse“ aus dem Mittelalter finde ich persönlich sehr einleuchtend und stimmig:
Dort wird als „böse“ all das bezeichnet, was uns davon abhält, unsere Bestimmung zu leben.

Also zum Beispiel sich auf Facebook zu verlieren, statt sich auf sich selber zu besinnen und etwas zu tun, was die Seele zum Erklingen bringt.

Liebe
Die Mitte der Rose steht für die Liebe, denn nicht nur müssen die Gebete aus dem Herzen kommen, um ihren vollen Nutzen zu entfalten, nein das ganze Leben muss aus dem Herzen kommen, um sich vollumfänglich entfalten zu können.

 

Das war nur ein kleiner Einblick in das riesige und sehr interessante Thema der Gebete. Wusstest Du zum Beispiel, dass ganze Bücher zum Thema Heilen mit Gebeten geschrieben wurden – von Ärzten der Schulmedizin?

Wie stehst Du zu Gebeten? Betest Du? Wenn ja, wie tust Du es?

Ich würde mich über einen regen Austausch zu diesem Thema sehr freuen.

Mögest auch Du stets wissen, dass Du jederzeit Gespräche mit Gott führen kannst, das wünsche ich Dir.

 

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