Monthly Archives: März 2016

Wort des Tages: Ermächtigung

2016-03-31_Ermaechtigung_

Ermächtigung.

Ein sehr kraftvolles Wort, mit dessen Hilfe Du in der Lage bist, Potenzial in Dir und anderen zu erkennen und ans Licht zu bringen.

Wen kannst Du heute ermächtigen?

Was in Dir kannst Du ermächtigen?

Welcher Wunsch in Dir ist so klein wie eine winzige Knospe, die sich langsam der immer wärmer werdenden Sonne zuwendet? Und wie kannst Du diese Knospe dazu bringen, zu wachsen und sich zu entfalten?

Auferstehung

Auferstehung

 

Auferstehung. Das Wort begegnet mir seit einigen Tagen in den unterschiedlichsten Kontexten. Vorrangig natürlich in Bezug auf Ostern und Jesus‘ Auferstehung. Aber es geht auch um die eigene Auferstehung. Und beides ist miteinander verflochten.

Vor der Auferstehung gab es den Karfreitag.
Schmerz, Leid, abgrundtiefe Verzweiflung. Das Gefühl, es geht nicht mehr weiter, es wird nie wieder weitergehen. Dunkelheit.

Auferstehung
Hoffnung, Vertrauen, Liebe. Licht.

Wie beim Yin und Yang, ist immer im Dunkel ein Fleckchen Licht, und im Licht ein Fleckchen Dunkel.

Die Kreuzigung.
Jesus hing stundenlang am Kreuz und starb einen langsamen und qualvollen Tod. Seine Jünger und Jüngerinnen, seine Freunde, seine Familie und seine Frau Maria Magdalena mussten mitansehen, wie er litt und schließlich starb. Sahen seine Ohnmacht, waren selber ohnmächtig. Da war aber nicht nur dieser immense Schmerz.

Da war auch Liebe.
Eine Liebe, die so tief ist, dass sie immer noch Bestand hat.
Eine Liebe auf so vielen Ebenen.
Die Liebe seiner Jünger und Jüngerinnen zu ihm und seinen Lehren.
Die Liebe seiner Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten und Cousinen zu ihm als Sohn, Bruder, Neffe, Cousin.
Die Liebe seiner Frau zu ihm als Mann.

Und je mehr der Schmerz zunahm, desto klarer wurde ihnen allen die Tiefe ihrer Liebe.

Diese Liebe war das Licht in diesem Dunkel.

Die Auferstehung.
Auf einmal war das Grab leer.
Er ist nicht tot.
Er lebt.

Das ist das Licht. Eine Erleichterung. Die Hoffnung ist zusammen mit ihm auferstanden.
Das Dunkel: Es war trotzdem alles anders. Alles musste neu justiert werden. Jeder musste sich an eine Welt ohne ihn gewöhnen. Oder zumindest ohne, dass er dauernd körperlich anwesend war.

So wie nach seinem Tod über 2.000 Jahre lang das Dunkel übermächtig war und auch in den Geschichtsbüchern und den Geschichten unserer Ahnen mehr Platz einnahm, so wendet sich das Blatt nun und das Licht nimmt mehr und mehr Platz ein.

Das geht nicht von heute auf morgen, und das Dunkel wehrt sich mit allen Mitteln und versucht sich an uns festzukrallen, wie jemand, der vom Abhang hängt und Angst hat, hinabzustürzen.

Diese Krallen im Fleisch tun weh.
Sie hinterlassen Narben.
Sie bringen uns zum Wanken.

Und dann ist da der Hoffnungsschimmer in Form einer Hand, die Dir Halt gibt, eines Gesprächs, das Klarheit bringt, einer Umarmung, die Dich stärkt.

Es gibt immer mehr lichte Momente in unserem Leben. Es gibt immer mehr Menschen, die ihr Leben dem Dienst am Anderen verschrieben haben. Menschen, die ihr Licht nutzen, um ihren Mitmenschen dabei zu helfen, ihr eigenes Licht wiederzuentdecken.

Und so breitet sich das Licht immer weiter aus. Mit jedem Lächeln, das ankommt, mit jeder liebevollen Geste, mit jedem Gespräch und jeder Handlung im Namen der Liebe.

Und so kann jeder von uns etwas dazu beitragen, Jesus zu helfen, das Licht der Liebe um uns herum – aber auch in uns – zu verbreiten.

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Anerkennung

Anerkennung

 

Das Thema Anerkennung kommt in den letzten Wochen immer wieder hoch. Ein so vielschichtiges Thema. Ein so fundamentales Thema.

Auch interessant, dass man zuerst daran denkt, anderen Anerkennung zu zollen.

Dabei ist es so wichtig, auf dem Weg zu sich selbst, sich selber und sein Leben – sein Sein – anzuerkennen. Denn Du wirst Deinen Weg nicht finden, wenn Du Dich nicht an-er-kennst. Du musst Dich und Dein Wirken anerkennen, um Dich zu er-kennen. Erst, wenn Du Dich kennst, kannst Du voll in Deiner Kraft stehen.

Wenn Du Deinen Wert nicht siehst, kannst Du ihn auch nicht vermitteln. Wenn Du Deinen Wert nicht schätzt, verschätzt Du Dich in dem, wie Du wirken kannst und wie Du wirkst. Du musst Dich und Dein Wirken wertschätzen, um Dein volles Potenzial zu entfalten.

Ent-falten. Auch ein schönes Wort. Bevor man sich richtig erkennt, sieht man nur das kleine, zusammengefaltete Stückchen Etwas. Mit jedem Schmerz, den wir gespürt haben, haben wir uns immer ein wenig kleiner gemacht, und noch einmal gefaltet. Bis nur noch ganz wenig von dem, was uns ausmacht, zu sehen war.

Dann sehen wir nur das kleine, verfärbte, krumpelige Etwas und vergleichen es am Besten noch mit dem frischen großen schneeweißen DIN-A-1-Blatt nebenan und fühlen uns noch kleiner.

Und eines Tages spürst Du ein Drücken. Hörst eine Stimme. Fühlst ein Sehnen. Etwas in Dir möchte sich ent-falten.

Die Ungeduld in Dir will direkt so groß und so strahlend sein wie das Blatt nebenan. Aber Du kannst das Blatt nicht von Innen heraus ent-falten. Du musst mit der äußeren Falte beginnen. Mit der, die zuletzt geknickt wurde. Und Du musst ganz vorsichtig, liebevoll und behutsam vorgehen, damit das Blatt keine Risse bekommt, bzw. die vorhandenen Risse weiter einreißen. Keine Sorge, Risse sind okay, die geben dem Blatt die besondere Note.

Aktionsimpuls
Besorge Dir ein schönes, leeres Büchlein. Nein, Oktavheft ist zu dünn. Din-A-6 mindestens. Schöner Einband. Etwas, was in die Hand- oder Hosentasche passt. Trage es immer bei Dir. Und einen Stift.

Schreibe jeden Tag mindestens 5-10 Punkte auf an Sachen, Begebenheiten, Taten, die Du an Dir selber anerkennst, oder die andere an Dir anerkennen. Aber immer mehr Punkte, die Du selber an Dir anerkennst, als Punkte, die andere an Dir anerkennen.

Anerkennung ist schon ein „Danke!“, das Du erhältst. Mit dem Danke wird anerkannt, dass Du die Tür aufgehalten hast, dass Du Dich nach dem Befinden Deines Gegenübers erkundigt hast, dass Du Deinem Gegenüber zugehört hast und ihm mit Rat und Tat zur Seite standest und so weiter. Es sind die „Kleinigkeiten“, die keine Kleinigkeiten sind.

Anerkennung ist auch, wenn Du ein Verhaltensmuster in Dir erkennst, das bislang eher passiv war, wo Du Dich vorher eher in der „Opferrolle“ gesehen hast: „Immer passiert mir das.“, „Warum grinst der mich an? Hab ich was zwischen den Zähnen hängen?“ etc. Jetzt aber denkst du: „Hm, das Muster kenn ich doch. Warte mal. Wo kommt das her?“ oder auch: „Na, da ist aber einer gut gelaunt, das ist ja richtig ansteckend!“.

Zolle Dir Anerkennung, wenn Du weinst, denn Weinen löst Blockaden. Ich liebe es mittlerweile zu Weinen – etwas, wofür ich mich früher geschämt habe, weil ich dachte, es sei Schwäche. Ist es nicht, im Gegenteil, aber das Thema würde einen eigenen Artikel füllen.

Du fühlst Dich schwach, weißt nicht weiter und bittest jemanden um Hilfe? Wie geil ist das denn!?! Und schon auf Deine Liste geschrieben!

Du brauchst Ruhe und legst Dich eine Stunde bei Kerzenschein und schöner Kuschelmusik in die Wanne? Boah, wie schön! Du nimmst Dir Zeit für Dich selber, Du hast er-kannt, dass Dein Körper und Deine Seele verwöhnt werden wollen. Und auch das landet auf Deiner Liste.

Der Sinn dahinter ist, dass Du nach und nach Deinen Fokus änderst. Wenn Du das Buch mit Dingen füllen solltest, die Dich an Dir selber nerven, die Du verurteilst, wäre es im Nu voll. Es ist aber so viel, was nicht nur wir an uns gut finden, sondern auch andere. Du wirst die Anerkennung anderer nach und nach „ausschleichen“ und nur noch das aufschreiben, was Du selber an Dir anerkennst. Denn ganz wichtig ist dabei, dass wir von dem Wunsch von Anerkennung von Außen wegkommen und uns selber wertschätzen.

Am Ende hast Du Deinen Anerkennungsmuskel so weit trainiert, dass Du das Büchlein gar nicht mehr brauchst, sondern von Dir aus siehst, was anerkennenswert an Dir ist.

Und Du merkst, dass Du auf einmal viel gerader stehst. Und Du siehst, dass Du immer noch von Menschen umgeben bist, die Dich genauso anerkennen, wie Du es tust. Aber da Du Dich jetzt voll anerkennst und wert-schätzt, so tun es auch Deine Mitmenschen. Es mögen nicht mehr dieselbe sein, die an dem Tag, um Dich waren, an dem Du das Büchlein mit den ersten Sachen fülltest, die Du an Dir anerkanntest. Aber Du erkennst, dass es jetzt Menschen sind, die Dich nähren und unterstützen. Und auf einmal bist Du diejenige, die breit lächelnd über die Straße geht und anderen ein Lächeln entlockt.

Der Nutzen des Benutzens und Benutzt-Werdens

Ich wurde heute auf ein Video aufmerksam, in dem die begnadete Sängerin Lauryn Hill aus Ihrem Herzen zu einem Raum voller Menschen sprach. Ein Satz sprang mich richtiggehend an: „In order to be used by God, you have to be really used“. Ins Deutsche kann man es in etwa so übertragen: „Wenn Du Gott zu Nutzen sein möchtest, so musst du Dich erst von ihm benutzen lassen.“

Was bedeutet das?

Wenn Du noch nie Farben sehen konntest, kannst Du anderen nicht darüber erzählen, wie es ist, Farben zu sehen, und wie welche Farbe auf Dich wirkt.

Wenn Du Dich aber wie Helen Keller für die Blinden einsetzen und ihnen dienen möchtest, dann hilft es immens, blind zu sein und somit Gott zu gestatten, Dich zu benutzen.

2016-03-02_Liebe wirkt am stärksten dort

Es ist mal wieder schön, wie Gott mich führt. Denn das Thema „Benutzen“ und „Benutzt werden“ kam in meinem persönlichen Leben in den letzten Tagen immer wieder auf unterschiedliche Art und Weise hoch.

In einem Gespräch mit meinem Partner wurde vor ein paar Tagen etwas in mir angetriggert, von dem ich zuerst nicht wusste, was es war. Ich war aber auf einmal stocksauer. Ich reflektierte vor dem Schlafengehen darüber und mir fiel auf, dass das, was gesagt wurde, mich an etwas erinnerte, was mir in einer früheren Beziehung regelmäßig widerfuhr, und was dazu führte, dass ich mich von dieser Person benutzt fühlte. Noch nicht einmal so sehr bewusst. Aber das Verhalten hinterließ einen immer schaler werdenden Nachgeschmack.

Nachdem ich eine Nacht drüber schlief, wurde mir noch mehr bewusst, nämlich u. a., dass dieses Verhalten dazu führte, dass ich mich immer kleiner und „unwürdiger“ fühlte, immer weniger „liebens-wert“. Gott sei Dank (und ich danke ihm wirklich täglich u. a. genau dafür), führen mein Partner und ich eine Beziehung, in der wir offen über alles reden können, da wir wissen, dass unausgesprochene Worte nur dazu führen, dass sie im Dunklen gären. Dadurch, dass wir darüber gesprochen haben, versteht er nun meine erste Reaktion und ich bin dadurch meiner Selbst wieder bewusster.

Ich sprach darüber auch mit meiner Freundin. Wir zwei komplimentieren uns wunderbar und sie ist selber auch sehr intuitiv und sieht Sachen und Zusammenhänge, die ich nicht selber sehe, und umgekehrt ist es genauso. Als ich ihr davon erzählte, sagte sie: „Du weißt aber auch, dass das vielleicht Deine Reaktion angetriggert hat, aber die Ursache dafür liegt noch viel weiter zurück, gell? Es ist der kleinen, dreijährigen Iris widerfahren.“

Ich stöhnte und lachte mehr oder weniger gleichzeitig, denn die arme Kleine hat ganz viel mitgemacht, und ich hatte eigentlich gedacht, dass ich mir schon alles angesehen hätte, was der Kleinen damals wiederfuhr. Aber scheinbar nicht. Aber ihr geht es definitiv besser, denn obwohl mir die Tränen schon quasi hinter den Augen brannten, war der Impuls zu lachen viel größer, denn ich spürte ihre Lockerheit mit der sie mir einfach zeigen wollte: „Duuuu, schaust Du da bitte auch noch hin? Da zwickt noch was.“

Ich weiß jetzt, dass die Kleine noch einige Baustellen hat, die nach und nach hochkommen werden, und die ich dann in die Heilung bringen kann. Aber ich bin glücklich darüber, dass ich diesen Aspekt mit Hilfe der Einhandrutentechnik und dem Heilen mit Symbolen erfolgreich als „Erledigt“ loslassen kann.

Die kleine Iris wurde von meinem Großvater sexuell missbraucht. Es fing an, als sie drei Jahre alt war und endete mit dem Wegzug aus Duisburg, als ich sechs war. Ich hatte es sehr geschickt verdrängt. So gut, dass ich mich an kaum eine Begebenheit aus meiner Kindheit oder Jugend erinnern konnte. Die Erinnerungen fingen erst an dem Tag wieder an, an dem meine Mutter vom Tod ihres Vaters erfuhr. Diese Szene hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und erst seit kurzem weiß ich, warum.

Und erst jetzt, während ich diese Worte niederschreibe, geht mir auf, warum ich mich an recht viele andere Begebenheiten in meinem Leben nicht oder nicht gut erinnern kann: So bin ich mit tiefem Scherz umgegangen. Das Verdrängen von Schmerz ging so in Fleisch und Blut über. Was aber nicht bedeutet, dass Schmerz der alleinige Grund für mein Vergessen ist. 🙂

Ich habe meinem Opa und dem Rest der Familie, die mir eigentlich hätte zu Hilfe kommen können/sollen, vergeben. Ich weiß, dass mein Opa durch den 2. Weltkrieg ein ganz schweres Schicksal trug und das Beste tat, zu dem er in der Lage war.

Nein, ich sage nicht, dass es gut war, dass er mich vergewaltigt hat. Ich habe ihm verziehen, aber heiße das Verhalten nicht gut. Ich weiß, dass jeder Mensch immer das Beste tut, wozu er in jedem einzelnen Augenblick in der Lage ist. Wir wissen nicht, wie wir reagieren würden, wenn wir genau das Schicksal erfahren hätten, das die Menschen durchleben mussten, die Gewalt in jeglicher Form ausüben. Denn sei gewiss: Auch Ihnen wurde Gewalt angetan. Hass bringt wieder Hass hervor. Nur mit Liebe hat man die Möglichkeit, den Hass zu wandeln.

Und da ist der Brückenschlag zum Benutzt-werden durch Gott:

Liebe wirkt am stärksten dort, wo Hass seinesgleichen sucht. Das heißt, man muss in eine Situation kommen, in der ein möglicher Weg der Hass ist – und sich dann für die Liebe entscheiden, damit Gottes Liebe so richtig zur Wirkung kommen kann.

Und Gott dankt es immer auf vielfältige Weise. Heute zum Beispiel hatten die kleine Iris und ich ganz viel Spaß, als wir ganz viel freie Fläche beim Einkaufen nutzten, um quer durch das Einkaufszentrum mit dem Einkaufswagen als Fortbewegungsmittel zu pesen (jagen). Was wiederum wieder das Lächeln in die Gesichter meiner Mitmenschen zauberte. Herrlich! 🙂